Die konjunkturellen Rahmenbedingungen für die Metav 2018 könnten kaum besser sein. „In Deutschland und Europa wird kräftig investiert“, berichtet Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer beim Metav-Veranstalter VDW .

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Metav 2018: Start unter besten Bedingungen

Die 20. Messe für Technologien der Metallbearbeitung hat ihre Tore geöffnet. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen könnten kaum besser sein.

Bis Samstag zeigen 560 Aussteller aus 24 Ländern ihre Maschinen, Lösungen und Dienstleistungen rund um die Industrieproduktion. „Wir erwarten vor allem Besucher aus Nordrhein-Westfalen, einer der stärksten Wirtschaftsregionen Europas, und den angrenzenden Ländern“, sagt Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer beim Metav-Veranstalter VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) anlässlich der Eröffnungspressekonferenz.

Messe unter guten Vorzeichen

Die konjunkturellen Vorraussetzungen für die Messe sind derzeit optimal. „In Deutschland und Europa wird kräftig investiert“, berichtet Schäfer. 2018 werde ein Zuwachs von 6,8 beziehungsweise 5,6 % erwartet. An der Spitze stehen so wichtige Kundengruppen wie die Herstellung von Metallerzeugnissen, Elektrotechnik und Maschinenbau. „Genau aus diesen Branchen kommen die Metav-Besucher, die sich für die Kaufentscheidungen in den kommenden Wochen und Monate schlau machen wollen“, sagt Schäfer.

Im Fokus der Metav steht das Dauerbrennerthema Industrie 4.0. Es zieht sich durch die Präsentationen der Aussteller, die zahlreichen Sonderschauen bis hin zum Stand für die Nachwuchswerbung und die vielen Rahmenveranstaltungen vom 3D-Druck bis hin zur intelligenten Spanntechnik.

Branchenprojekt 'Konnektivität für Industrie 4.0' geht mit Riesenschritten voran

Deshalb nutzt der VDW die Messe als Plattform, um den Fortgang der Brancheninitiative für Industrie 4.0 vorzustellen. Sie wurde im September des vergangenen Jahres aus der Taufe gehoben. Ziel ist es, einen Standard zu erarbeiten und softwaretechnisch zu implementieren, um unterschiedlichste Maschinensteuerungen mit einer gemeinsamen Schnittstelle an übergeordnete IT-Systeme anbinden zu können. Als einheitliche Sprache wurde OPC-UA gewählt, die sich gegenwärtig rasant verbreitet, die Spezifikation von Parametern in einer vordefinierten Struktur ermöglicht und zahlreiche geprüfte Musterimplementierungen auf so genannten OPC-Server zur Verfügung stellt.

Kooperation von Steuerungsherstellern

„Der größte Erfolg unserer Brancheninitiative war bisher zweifelsohne, dass es gelungen ist, eine Kooperation zwischen namhaften Werkzeugmaschinenherstellern zu etablieren, in der sie an einem Strang ziehen. Nun haben uns außerdem alle wichtigen Steuerungshersteller von Beckhoff über Bosch Rexroth, Fanuc, Heidenhain und Siemens ihre Unterstützung zugesagt“, erläutert Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW, auf der Metav-Pressekonferenz. Die strategische Partnerschaft mit den Anbietern von CNC-Steuerungen sorge dafür, dass die Schnittstelle in künftige Steuerungsversionen integriert wird und damit offen am Markt verfügbar ist. Damit stehe dem flächendeckenden Einsatz und dem Nutzen gerade für kleine und mittelständische Unternehmen nichts mehr im Wege, so Prokop.

Chancen durch den digitalen Wandel

Warum arbeitet die Werkzeugmaschinenindustrie an diesem Thema? Die Hersteller werden um den digitalen Wandel nicht herum kommen. Experten prognostizieren laut einer VDMA-Studie zur Plattformökonomie, dass bei neuen Geschäftsmodellen digitale Plattformen eine immer größere Rolle spielen werden. Dies räume den Maschinenbauern Chancen ein, das Geschehen in der Plattformökonomie mit pfiffigen Geschäftsideen selbst zu bestimmen. Mit einem Schnittstellenstandard, der die Digitalisierung deutlich vereinfachen und günstiger gestalten wird, können dann auch Mittelständler die Potenziale solcher Plattformen einfacher für sich nutzen.

Kunden erwarten offene Schnittstellen

„Dass sich Unternehmen diesem Trend nicht verschließen können, wenn sie auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben wollen, liegt auf der Hand“, sagt Prokop. Allerdings gelinge Vernetzung im Sinne von Industrie 4.0 nicht, wenn sich die Firmen alleine auf den Weg machen. Mittelständler seien hier schlicht überfordert. Auch große und größte Unternehmen werden auf lange Sicht damit scheitern, wenn sie nur auf proprietäre geschlossene Ökosysteme setzten. Die Kunden erwarten schließlich zu Recht offene Schnittstellen und einheitliche Spezifikationen, über die Maschinen beliebig in bestehende Infrastrukturen und Ökosysteme eingefügt werden können.

Firmenübergreifendes Projektteam

Seit der VDW die Initiative öffentlich gemacht hat, arbeiten Chiron, DMG Mori, Emag, Grob, Heller, Liebherr-Verzahntechnik, Trumpf und die United Grinding Group im Kernteam zusammen. Sie alle bringen Ressourcen in Form von Personal und Testsystemen ein. Das Projektteam deckt somit einen repräsentativen Querschnitt der spanenden Metallbearbeitung und der Blechbearbeitung ab. Seit Mitte November 2017 ist zudem das Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) der Universität Stuttgart Kooperationspartner der VDW-Initiative.

Internationale Abstimmung soll breiten Einsatz der Schnittstelle sichern

Darüber hinaus findet die Vernetzung sowohl branchenübergreifend, beispielsweise mit der Robotik und den Gummi- und Kunststoffmaschi-nen statt, als auch international mit den USA, Japan und in Kürze auch mit China. Alle drei Länder haben gleichermaßen Interesse an einem gemeinsamen Standard. Die USA haben ihrerseits bereits MTConnect für das Statusmonitoring von Produktionsanlagen entwickelt. „Sinnvolle Funktionen und grundlegende Ansätze sollten übernommen werden, denn wir müssen das Rad nicht neu erfinden“, sagt Prokop.

Als weiteren Schritt hin zur Internationalisierung will die VDW-Brancheninitiative eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit der OPC-Foundation bilden, um eine so genannte Companion Secification zu erreichen. Das ist eine international anerkannte Norm zur geplanten Schnittstelle. Daran wird intensiv gearbeitet.

Erste Musterimplementierung in Planung

„Wir haben alle Voraussetzungen dafür geschaffen, damit der geplante Schnittstellenstandard breit angewendet werden kann“, sagt Prokop abschließend. Nun gelte es, zügig weiterzuarbeiten und konkrete Module vorzulegen. In Kürze werde eine erste Musterimplementierung durch den Partner ISW umgesetzt. Und im Herbst sollen erste Umsetzungen der Steuerungshersteller für den Datenaustausch an Werkzeugmaschinen präsentiert werden.

ep

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