Die neuen Schrumpfgeräte US 1100 ist nach Einschätzung von Hermann Diebold revolutionär, weil die erstmals integrierte Temperaturüberwachung die Überhitzung der Werkzeuge und Aufnahmen ausschließt und deutlich niedrigere Schrumpftemperaturen erl
Foto: NCFertigung

Thema der Woche 13/2020

Mit diesem Schrumpfgerät überhitzen Schrumpffutter nie

Der Spindel- und Messtechnikhersteller Diebold empfiehlt neue Schrumpfgeräte und sehr flexible DMS-Verlängerungen.

Wer dachte, bei Schrumpfgeräten ist das Ende der Fahnenstange in puncto Weiterentwicklung erreicht, den wird der Schwäbische Spannzeuge, Messtechnik- und Präzisionsteilhersteller Diebold mit einer ganzen Serie neuer Geräte überzeugen. „Zwar ist es nur eine optionale Ausstattung, die Temperaturkontrolle in unserer neuen Schrumpfgeräteserie US 1100. Jeder, der aber schon mal mit einem Schrumpfgerät gearbeitet und ein Schrumpffutter überhitzt hat, weiß aber, was es wert ist, wenn eine direkte Temperaturkontrolle das Aufheizen automatisch überwacht und regelt.“

Schrumpfgerät mit revolutionärer Automatik?

Nach Einschätzung von Geschäftsführer Hermann Diebold ist die Automatik revolutionär und rechnet sich sehr schnell, weil Bediener künftig weder Schrumpffutter noch Werkzeug ruinieren können. Im Gegenteil: Parallel können sogar andere Dinge erledigt werden. „Auch Bedienfehler sind komplett ausgeschlossen, was bis dato oft zu einer Gefügeänderung und damit zur Zerstörung des Futters führte. Mit den neuen US-1100-Geräten ist dieses Risiko eliminiert“, versichert Hermann Diebold.

Die neue Diebold-Schrumpfgerätelinie US 1100 verfügt optional über eine automatische und direkte Temperaturkontrolle des Schrumpffutters während des Aufheizens. Video: Diebold Goldring.

Ein spezielles Messverfahren

Das Geheimnis sei das spezielle Messverfahren. Hierbei wird die Temperatur des Schrumpffutters während des induktiven Heizvorgangs mittels integriertem Pyrometer kontinuierlich erfasst. Sobald das Schrumpffutter die vordefinierte Temperatur erreicht, wird der Heizvorgang automatisch beendet. Das Ein- und Ausschrumpfen der Werkzeuge ist nach Erfahrung von Hermann Diebold jederzeit prozesssicher möglich und die Zerstörung des Schrumpffutters durch Überhitzung ausgeschlossen.

Einfache Bedienung

Dadurch sei die Bedienung wesentlich vereinfacht, da keine konturabhängigen Parameter im Vorfeld ausgewählt werden müssen. Mehreren 1.000 präzisen Schrumpfprozessen eines einzigen Futters würde somit nichts mehr im Wege stehen, was richtig Geld spart. „Ebenso erlaubt die automatische Kontrolle und das Halten der idealen Temperatur, dass deutlich niedrigere Prozesstemperaturen beim Schrumpfen gewählt werden können, was Energie spart und verkohlte Werkzeuge definitiv ausschließt“, verspricht Hermann Diebold. Die neuen Schrumpfgeräte können in horizontaler und vertikaler Ausführung kundenspezifisch konfiguriert werden.

Mit neuer Werkzeugaufnahme die Auskraglängen schnell ändern

Als sensationell einfach und effektiv bezeichnet Hermann Diebold unterdessen das neue Diebold Modular System (DMS), das aus einer Grundaufnahme besteht, in die Einsätze im Handumdrehen in verschiedenen Längen und Durchmessern montiert werden können. „Der Clou ist, dass Sie Werkzeug samt Aufnahme nicht erst aufwändig via Spindel und Werkzeugmagazin auswechseln müssen, sondern gleich in der Spindel tauschen können. Sie müssen einfach nur die Aufnahme samt Werkzeug am Kegelsitz lösen und das neue Werkzeug einsetzen. Das ist gerade für die Werkstattprogrammierung und kleinere Fräsarbeiten ideal“, betont Hermann Diebold.

Weniger Werkzeugaufnahmen notwendig

Bei Verwendung von DMS lässt sich demnach die Anzahl der eingesetzten Werkzeugaufnahmen in der Fertigung deutlich reduzieren. Die Wechselschnittstelle ermöglicht es, Durchmesser und Auskraglänge zu variieren. Deshalb ist eine flexible Änderung des A-Maßes möglich ohne ein weiteres Futter einsetzen zu müssen. Somit können nach Einschätzung von Hermann Diebold besonders auch Investitionskosten niedrig gehalten werden. Auf höchste Qualität, so der Geschäftsführer, muss dennoch nicht verzichtet werden.

Modularsystem kombiniert Vorteile

In dem Modularsystem werden aufgrund des mehrteiligen Aufbaus die Vorteile der Schrumpftechnik, wie die präzise Spannung des Werkzeugschafts, kombiniert mit besseren Dämpfungseigenschaften. Außerdem sei die DMS-Werkzeugaufnahme weitaus schwingungsdämpfender als ein klassisches Schrumpffutter. Vorteile bringt DMS insbesondere im Formenbau. Aufgrund der geringen Störkontur werden Kollisionen mit dem Werkstück verhindert. Die Bearbeitung tiefer Taschen und Kavitäten wird deutlich erleichtert. Ebenfalls ist der Einsatz von Werkzeugen mit Innenkühlung möglich.

Flexibel und genau

Durch die Modularität des DMS sind Zerspaner absolut flexibel, versichert Hermann Diebold. Dennoch wird die Rundlaufgenauigkeit von kleiner 3 µm erreicht, was ein wichtiger Faktor für die Hochpräzisionsbearbeitung ist. Die Verlängerungen und Reduzierungen dieses modularen Werkzeugsystems haben als Kegelschnittstelle die bekannte und weitverbreitete ER Spannzangenkontur. Dadurch können diese Verlängerungen und Reduzierungen in allen gängigen ER-Spannzangenfutter eingesetzt werden. Dies ist ein weiterer Kostenvorteil dieses neuen modularen Systems.

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