Foto: Rüdiger Kroh

Werkzeugmaschinen

Ideal für die genaue 5-Achs-Bearbeitung

Für den Umstieg von der 4-Achs- auf die 5-Achs-Bearbeitung investierte Grün Mechanik in zwei Matsuura-Maschinen. Die beiden MAM 72-100H arbeiten zuverlässig und hochgenau.

Rüdiger Kroh

Zuverlässigkeit zahlt sich aus – wenn auch manchmal erst nach vielen Jahren. Seit 1990 läuft beim Lohnzerspaner Grün Mechanik ein 4-Achs-Bearbeitungszentrum von Matsuura. „Und obwohl die Maschine inzwischen in die Jahre gekommen ist, hat sie uns noch nie im Stich gelassen“, sagt Dominik Grün, Geschäftsführer des in Merzig/Saar ansässigen Unternehmens, das sich auf die Fertigung von Prototypen und Kleinserien spezialisiert hat. Dies hat zu einer gewissen Verbundenheit gegenüber Matsuura geführt und als im Jahr 2012 eine Neuanschaffung anstand, führte der Weg von Firmengründer Norbert Grün bei einem Messebesuch auch zum Stand des japanischen Werkzeugmaschinenherstellers.

Nur zwei Monate für erste fertige Teile

Es folgte ein Angebot über eine Vorführmaschine von der Messe, ein 5-Achs-Bearbeitungszentrum MAM 72-100H mit 630er Palette und 240 Werkzeugplätzen im Magazin. Denn es musste − wie so oft bei dem Zerspanungsdienstleister − schnell gehen. Dominik Grün erinnert sich: „Wir hatten uns damals auf die Prototypenfertigung von Komponenten für Pkw-Automatikgetriebe spezialisiert und waren sehr gut mit ZF Saarbrücken im Geschäft. Unsere Teile kamen dann bei der Erprobung der Fahrzeuge zum Einsatz. Im Zuge einer konstruktiven Änderung wurden alle Anschlüsse an einem Getriebegehäuse schräg gekippt, sodass wir von einer 4-Achs- auf die 5-Achs-Bearbeitung umsteigen mussten. Und innerhalb von zwei Monaten sollten die ersten Teile an ZF geliefert werden.“ Eine sportliche Herausforderung für die Installation, inklusive Errichten des Fundaments, und für das Einrichten der Maschine. Doch dank der Unterstüt-zung von Matsuura konnte der Termin eingehalten werden.

Wenig Zeit für die Maschinenanschaffung

Zugute kam Grün dabei, dass man als Lohnzerspaner universelle Maschinen benötigt. Daher reichte die Ausstattung der Matsuura-Messemaschine mit manuell zu bestückendem Palettenwechsler aus. „Eine Automatisierung ist für unsere kleinen Stückzahlen, die meist zwischen 5 und 50 liegen, ohnehin nicht erforderlich“, so der Geschäftsführer. Grundsätzlich ist diese Vorgehensweise nichts Ungewöhnliches für Grün Mechanik. „Wir schaffen unsere Maschinen fast immer auftragsbezogen an. Lange Vorlaufzeiten für eine Bestellung kennen wir nicht. Deshalb brauchen wir Partner, die schnell liefern können – so wie Matsuura.“

Bauteilspektrum hat sich verändert

Die Zufriedenheit mit der Abwicklung dieses Projekts führte dann bereits ein Jahr später zum Kauf einer identischen Maschine, auf der dann Getriebe-Wandlerglocken gefertigt wurden. Waren die beiden MAM 72-100H anfangs ausschließlich für die Zerspanung dieser Getriebekomponenten im Einsatz, sind es inzwischen ganz unterschiedliche Bauteile, denn das Spektrum bei Grün hat sich insgesamt verändert. „Durch den Dieselskandal wurden viele Neuentwicklungen auch im Getriebebereich gestoppt. Wir sind heute neben der Automobilindustrie, die noch einen Anteil von gut 25 % ausmacht, auch für den Windkraft- und Offshore-Sektor sowie für die Deutsche Bundesbahn tätig oder fertigen Ersatzteile für Oldtimer“, beschreibt der Firmenchef das Tätigkeitsfeld.

Umfangreicher Maschinenpark

Diese Vielseitigkeit hat zu einem umfangreichen Maschinenpark mit Fräs-, Dreh-, Schleif- und Erodiermaschinen in unterschiedlichen Größen geführt. Dabei fällt auf, dass es keine Fräs-Drehzentren gibt. Dazu vertritt Grün seine eigene Auffassung: „Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht und beide Verfahren in eine Maschine zu packen, ist immer eine Kompromisslösung hinsichtlich Genauigkeit und Stabilität. Für unsere Anwendungen mit großen Bauteilen und hohen Genauigkeitsanforderungen ist das Bearbeiten in einer Aufspannung nicht sinnvoll. Denn die Teile haben keine Gelegenheit sich zu entspannen, was Verzüge und somit Ungenauigkeiten zur Folge hat. Für uns kann eine grund-stabile Maschine daher immer nur eine Funktion ausführen, entweder fräsen oder drehen.“

Hohe Steifigkeit sorgt für genaue Bearbeitung

Nur lobende Worte findet der Geschäftsführer für die hohe Qualität und Genauigkeit der Matsuu-ra-Horizontal-Bearbeitungszentren und outet sich als Fan des japanischen Werkzeugmaschinenbaus. „Es wird nicht an Material gespart und die Auslegung ist robust und stabil.“ Das zeige sich beispielsweise an der Schwenkbrücke mit rechts und links je einem Motor, was zu einer sehr hohen Steifigkeit führe. Als Beleg für die Genauigkeit hat Grün auch ein Beispiel parat. „Wir haben einmal unbeabsichtigt dasselbe Bearbeitungsprogramm zweimal hintereinander ablaufen lassen. Normalerweise führt das zu einem Ausschussteil. Doch die Matsuura-Maschine hat beide Male exakt an den gleichen Positionen zerspant und als das Bauteil von der Messmaschine kam, war es okay. Und das bei Positionstoleranzen von zwei Hundertstel.“ Das abschließende Urteil verwundert also nicht: „Ich würde wieder eine Matsuura-Maschine kaufen.“

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