"Gerade jetzt gewinnt die Digitalisierung an Fahrt“, sagt Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender der DMG Mori AG.
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Zukunftsfeld Digitalisierung im Fokus

Die Corona-Krise prägte den Geschäftsverlauf von DMG Mori im 1. Quartal. Nun soll vor allem das Zukunftsfeld Digitalisierung gestärkt werden.

Digitalisierung verändert die Welt und Arbeitsformen. Dies wird durch die Corona-Krise nochmals beschleunigt. Die aktuellen Veränderungen sieht DMG Mori als Chance, um gemeinsam mit Mitarbeitern, Kunden, Partnern und Lieferanten das digitale Zeitalter auf allen Ebenen voranzutreiben. Für das Unternehmen bieten sich hier vielfältige Möglichkeiten: intern durch die Digitalisierung der eigenen Wertschöpfungskette und Unternehmensprozesse – extern durch ein exklusives Angebot digitaler Produkte und datenbasierter Services mit messbarem Kundennutzen.

Erschwerter Start ins Geschäftsjahr

Die DMG Mori AG ist unter weltweit massiv erschwerten Markt- und Rahmenbedingungen in das Geschäftsjahr 2020 gestartet. Der Maschinenbau musste starke Einbußen und Produktionsausfälle aufgrund der Corona-Pandemie hinnehmen. Entsprechend geprägt war der Geschäftsverlauf im ersten Quartal: Der Auftragseingang erreichte 440,2 Mio. EUR. Der Umsatz lag in den ersten drei Monaten bei 458,0 Mio. EUR. Das Ebit betrug 25,3 Mio. EUR. Der Free Cashflow belief sich auf -36,7 Mio. EUR. Vorstandsvorsitzender Christian Thönes: „2020 ist ein Ausnahmejahr: Pandemie plus globale Konjunkturschwäche, geopolitische Unsicherheiten, industrieller Strukturwandel. In dieser schwierigen Zeit halten bei DMG Mori alle eng zusammen. Mit der strategischen Ausrichtung unserer Zukunftsfelder in den vergangenen Jahren lagen wir genau richtig. Gerade jetzt gewinnt die Digitalisierung an Fahrt.“

Rückläufige Nachfrage nach Werkzeugmaschinen

Die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen verlief im ersten Quartal 2020 aufgrund der schwachen Weltkonjunktur und schnellen Verbreitung des Corona-Virus signifikant rückläufig. DMG Mori verzeichnete mit 440,2 Mio. EUR einen Auftragseingang, der erwartungsgemäß deutlich unter dem hohen Vorjahresniveau lag (-38 %; 708,3 Mio. EUR). Die Aufträge aus dem Inland beliefen sich auf 143,3 Mio. EUR (Vorjahr: 229,0 Mio. EUR). Die Auslandsbestellungen betrugen 296,9 Mio. EUR (Vorjahr: 479,3 Mio. EUR). Der Auslandsanteil lag bei 67% (Vorjahr: 68%). Der Umsatz lag – beeinflusst durch die Corona-Krise – bei 458,0 Mio. EUR (-27%; Vorjahr: 629,2 Mio. EUR). Der Rückgang ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass Maschinen aufgrund internationaler Grenz- und kundenseitiger Fabrikschließungen sowie Engpässen bei Transport und Logistik nicht mehr ausgeliefert werden konnten. Die Exportquote belief sich auf 64% (Vorjahr: 68%).

Sicherung der Beschäftigung

Ende März betrug der Auftragsbestand 1.160,8 Mio. EUR (31.12.2019: 1.197,4 Mio. EUR) – eine rechnerische Reichweite von durchschnittlich fünf Monaten. Eine proaktive Maßnahme im Kampf gegen die weitere Virusverbreitung ist die bis Ende April geplante temporäre Teil-Betriebsruhe in den europäischen Produktionswerken sowie ausgewählten Vertriebs- und Servicegesellschaften. Die Wiederaufnahme von Produktion und Montage soll plangemäß im Mai erfolgen.

Durchgängige Digitalisierung der Prozesskette

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen im ersten Quartal 13,7 Mio. EUR (Vorjahr: 13,9 Mio. EUR). Mit Dynamik und Exzellenz entwickeln wir uns konsequent weiter vom Maschinenbauer zum ganzheitlichen Lösungsanbieter im Fertigungsumfeld. Zur Hausausstellung in Pfronten präsentierte das Unternehmen zu Jahresbeginn auf mehr als 7.500 m² 45 Hightech-Maschinen, vier Weltpremieren, 15 Automatisierungslösungen sowie die durchgängige Digitalisierung der gesamten Prozesskette. Im Fokus standen DMG Mori Connectivity – die durchgängige Konnektivität im Standard aller Maschinen, das Celos-Update von allen bestehenden Versionen und Tulip als einfacher Einstieg in die Digitalisierung. Große Resonanz fand das neue Kundenportal „my DMG Mori“: Innerhalb weniger Monate haben sich laut Unternehmen 12.000 Kunden mit über 40.000 Maschinen registriert – bis Ende 2020 werden es rund 25.000 Kunden mit über 100.000 Maschinen sein.

ak