Image
coscom_vetec_bildschirme.jpeg
Foto: Coscom
Zentrales ECO-System verkürzt Lieferzeit und mehr: Die Vetec Ventiltechnik GmbH nutzt den Coscom Factorydirector VM als zentrale Datenbasis und Drehscheibe zur maximalen Transparenz bei der Auftragsbearbeitung.

Steuerungen + Software

Zentrales ECO-System verkürzt Lieferzeit

Als zentrale Datenbank-Plattform verknüpft das ECO-System von Coscom alle Datenquellen. Ventiltechnik-Spezialist Vetec verkürzt damit die Lieferzeiten.

Kann das zentrale ECO-System von Coscom tatsächlich die Lieferzeit verkürzen bei der mehr als 100 Jahre alten Vetec, deren Hauptprodukte Drehkegelventile sind? „Wir stellen Highend-automatisierte Regelarmaturen her, keine Auf-zu-Ventile“, betont Sven Donner, Produktionsleiter bei Vetec. Richtiger Schwermaschinenbau werde geleistet, denn eine fertige Armatur kann durchaus 1.5 bis 2t wiegen und muss Drücke bis 500 bar beherrschen. Je nach Anwendung werden auch schwer zerspanbare Werkstoffe wie Kobaltbasislegierungen, Titan oder Zirkonium eingesetzt. Seit 1988 ist Vetec Teil der Samson-Gruppe in Frankfurt  und beschäftigt in Speyer heute etwa 130 Mitarbeiter. Die Betriebsfläche bei Vetec in Speyer umfasst 27.000 m², von der ein Drittel auf die Produktion entfällt. Das Herz der Produktion ist eine große Halle für die NC-Fertigung mit derzeit zehn Maschinen und BAZ der Hersteller Heller, DMG, Index, Monforts und Agie.

Digitales ECO-System sichert Liefertreue und kurze Lieferzeiten

Das ECO-System von Coscom bei Vetec ist modular aufgebaut und umfasst die Softwarelösungen Factorydirector VM für die Fertigungsdatenverwaltung, Tooldirector VM für das Werkzeug- und Lagermanagement sowie Infopoint für die Datenvisualisierung im Shopfloor. Hinzu kommt das universelle CAM/Simulations-System Proficam VM für die CNC-Code-Erstellung. Die Rolle des führenden Systems aus dem Officefloor übernimmt das ERP-System Proalpha. Über eine leistungsfähige Kommunikationsschnittstelle ist das ERP-System mit dem Data Hub des Shopfloors, dem Factorydirector VM, bidirektional verbunden. „Der Factorydirector bündelt alle Daten, reichert sie weiter an und stellt sie den Arbeitsplätzen zur Verfügung, sodass alle an einem einheitlichen Datensatz arbeiten können“, erklärt Dirk Boothe, Key Account Manager der Coscom-Niederlassung in Dortmund.

Weg von Insellösungen, hin zur Gesamtvernetzung

Welche Vorteile ergeben sich nun aber konkret aus dieser zentralen Datendrehscheibe für die Produktion? Sven Donner bringt es auf den Punkt: „Wir wollten weg von den Insellösungen in der Fertigung, hin zur Gesamtvernetzung aller Systeme mit einer zentralen Informations- und Datenbankplattform, die hochintegrativ alle Zielsysteme wie ERP, CAM und Simulation, Voreinstellung und Datenvisualisierung im Shopfloor verknüpft.“ Dirk Boothe ergänzt: „Jeder Anwender kann sich somit auf seine Kernapplikation konzentrieren und muss nur so viele Fenster am Bildschirm öffnen, wie er wirklich braucht. Das gilt nicht nur für die NC-Programmierung oder das Betriebsmittelmanagement, sondern es lässt sich auch unmittelbar einsehen, ob alle Messgeräte vorhanden und diese kalibriert sind.“ Denn: „Wenn nur eine Bügelmessschraube fehlt, steht ein Projekt“, warnt Sven Donner.

coscom_vetec_team.jpeg
coscom_vetec_team.jpeg
Durchgängiges ECO-System der neuesten Generation im Shopfloor realisiert: (v.l.): Fertigungsleiter Alexander Helm, Produktionsleiter Sven Donner und Key-Account-Manager Dirk Boothe.
coscom_vetec_terminal.jpeg
coscom_vetec_terminal.jpeg
Digitale Information, wo sie gebraucht wird: PC-Info-Terminals mit der Coscom-Infopoint-Software sorgen für die Technologiedatenvisualisierung an den Informations-Hotspots direkt an den Maschinen. 
coscom_vetec_dmgmori.jpeg
coscom_vetec_dmgmori.jpeg
Das gesamte Know-how der Fertigung bei Vectec konnte digitalisiert werden – von der Arbeitsvorbereitung bis an die Maschinen. Die Infopoints dienen auch als schichtübergreifendes Informationstool.
coscom_vetec_cad.jpeg
coscom_vetec_cad.jpeg
Echte Werkzeugdaten für CAM und Simulation: Der Coscom Tooldirector VM versorgt den gesamten CAD/CAM- sowie Simulations-Prozess mit digitalen Werkzeugdaten und ist gekoppelt mit dem CAM-System Proficam VM.

Der Factorydirector VM stellt den eindeutigen Bezug zwischen Teile- sowie Zeichnungsnummer und gültigem, freigegebenen NC-Programm her. Dies verbessert die Zusammenarbeit zwischen Konstrukteur, Programmierer und Arbeitsvorbereiter und erhöht zudem die Prozessstabilität und -geschwindigkeit. Die Daten werden in Form eines digitalen Zwillings des Auftrags entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch den Betrieb gereicht. Ganz konkret bedeutet dies: „Wir haben eine schnelle und vor allem sichere Datenübertragung realisiert, früher wurden die Programme mittels USB-Stick oder Diskette in die Maschine geladen“, erläutert Sven Donner zufrieden. Vor der Einführung kam es nicht selten zu Datenverlusten oder zu langen Suchzeiten. Mit Coscom ist nun die Datendurchgängigkeit sichergestellt, sodass das richtige NC-Programm auf der entsprechenden Maschine tatsächlich im Zugriff ist.

Minimierung der Rüstzeiten durch Infopoint

Mit dem Factorydirector VM und Tooldirector VM hat man die Rüstzeiten in den Griff bekommen, auf die Taktzeiten wird dagegen kein so großes Augenmerk gelegt. Schließlich ist Vetec ein Losgröße-1-Fertiger und kein Serienfertiger: „Wir sind zufrieden, wenn sich die Produktivität unserer Bearbeitungszentren im Rahmen von 50 Prozent bewegt“, bringt es Sven Donner bescheiden zum Ausdruck. Die Standardwerkzeuge sind direkt in den Magazinen der Fräs- und Drehzentren bevorratet. Dadurch werden zwar die Werkzeugbestände erhöht, was mit Investitionen verbunden ist, sind dafür aber auch in unmittelbarem Zugriff. Die Magazine umfassen 260 bis 300 Werkzeuge. Der Produktionsleiter lässt sich von der SMED-Methode leiten: SMED steht für „Single Minute Exchange of Die“ und bedeutet, möglichst jeden Werkzeugwechsel im einstelligen Minutenbereich zu vollziehen: „Hierzu werden alle internen Rüstprozesse auf externe verlagert. Pro Schicht haben wir hierzu einen Maschineneinrichter eingestellt, der die Arbeit für die Bediener der Werkzeugmaschinen entsprechend vorbereitet.“ Die fertigungstechnischen Informationen für den operativen Arbeitsgang werden in der Nähe der CNC-Maschine an einem PC Info-Terminal (SMED-Terminal) visualisiert. Diese Terminals erhalten die Daten zentral vom Factorydirector VM. Der Coscom Infopoint dient dazu, die Rüstzeiten zu verkürzen. So können die Daten für das Spannen eines Werkstücks direkt an der Maschine abgerufen werden. Aus der zentralen Coscom-Datenbank werden hierzu die Aufspannpläne in ein digitales Maschinen-Einrichteblatt eingespielt – mit einem Mausklick ist alles ersichtlich.

Wiederholteilfertigung enorm beschleunigt

Die tatsächlichen Rüst- und Stückzeiten werden im Factorydirector VM dokumentiert und an das ERP-System zurückgemeldet. Aus diesen Angaben werden die Soll- mit den Ist-Zeiten abgeglichen, um in Zukunft noch besser planen zu können. „Wir versuchen, unsere Laufzeiten auf diese Weise so genau wie möglich zu steuern. Quartalsweise überprüfen wir die rückgeschriebenen Zeiten auf Plausibilität, wobei wir uns dabei auf unseren Lieferstandard beschränken“, erklärt Sven Donner. Gerade im Falle der Wiederholteilfertigung ergibt sich ein weiterer großer Vorteil des Coscom-Systems: Ein Auftrag läuft quasi automatisiert mit allen relevanten Daten aus dem Factorydirector VM durch, falls das Teil bereits auf einer CAM-relevanten NC-Maschine gefertigt wurde. Alle Informationen stehen dem Bediener auf Knopfdruck direkt am Info-Terminal der Maschine zur Verfügung.

Gute Beratung, einzigartige Lösung, Software Made in Germany

Warum aber Coscom? „Wir haben nach einem Lösungsansatz Ausschau gehalten, der uns von den Insellösungen wegbringt. Es hat sich gezeigt, dass Coscom genau das mit seinem datenbankgestützten ECO-System bietet. Darüber hinaus haben wir zudem keinen anderen Anbieter gefunden, der alles aus einer Hand anbietet.“ Auch bei CAM und Maschinensimulation hat Vetec Coscom-Software im Einsatz und ist damit sehr zufrieden: „Gerade bei der Zerspanung von Vollmaterial kann aufgrund der hinterlegten Frässtrategien kostbare Bearbeitungszeit eingespart werden. Hier zahlen sich die intelligenten Zyklen aus“, macht Sven Donner deutlich. Das CAD-System Autodesk Inventor wurde hierzu durchgängig eingebunden und auch der CAD/CAM/Simulations-Workflow wurde mit dem Coscom ECO-System verknüpft. Zudem ist Made in Germany für Vetec sehr wichtig. „Und mit Coscom haben wir einen verlässlichen Made-in-Germany-Partner gefunden“, betont Sven Donner.

www.vetec.de; coscom.eu

André Geßner

Image
coscom_ecosystem_eureka_xl.jpeg
Foto: Coscom

Steuerungen + Software

Direktintegration reduziert Schnittstellen

Deutlich werden Schnittstellen in der Fertigungs-IT-Infrastruktur durch Direktintegration reduziert. Wie direkter Datentransfer funktioniert, zeigt Coscom.

Fertigungsorganisation

Wie sieht die Fertigung der Zukunft aus?

Vor dem Expertenforum und der Open House-Veranstaltung am 29. und 30. Mai in Issum sprach NC Fertigung mit Heikki Hallila, CEO bei Fastems Systems.

Image
proxia_brownfield_nah.jpeg
Foto: Proxia

Steuerungen + Software

Mit Brownfield zur Smart Factory

Gewachsene Maschinenparks zur Smart Factory umbauen. Dafür empfiehlt die Proxia Software AG den Brownfield-Ansatz und erklärt die Vorteile ihres MES-Baukastens.

Foto: Coscom

Steuerungen + Software

Das Bindeglied zwischen Office- und Shopfloor

Die Coscom Computer GmbH in Ebersberg bei München realisiert Datenvernetzungsstrategien vom ERP-System in den Shopfloor der Fertigungsindustrie.