In fünf Kategorien wurden die jeweiligen Preise verliehen. Ein Effekt trat fast überall ein: Die Werkzeugstandzeit verlängerte sich durch den Einsatz des passenden KSS.
Foto: Gerhard Maier

Kühlschmierstoff

Wie man mit dem richtigen KSS die Produktivität steigert

Produktivitätssteigerung ist ein zentrales Thema in der Zerspanungsbranche. Die Verleihung der Blaser-Produktionstrophäe 2017 zeigte deutlich, was die Wahl des richtigen KSS dazu beitragen kann.

von Gerhard Maier

Mittlerweile zum dritten Mal lud Blaser Swisslube am 9.11.2017 zur Verleihung seiner Produktivitätstrophäe in einem würdigen Rahmen - diesmal ins Technikmuseum Sinsheim. Der Preis wurde in den Kategorien Werkzeugoptimierung, Prozesssicherheit, Nachhaltigkeit, Produktivität und Kühlschmierstoffoptimierung verliehen. An den erzielten Ergebnissen lässt sich schnell erkennen, wie vorteilhaft es ist, seine Prozesse eng mit den Spezialisten seines Kühlschmierstoff-Herstellers abzustimmen. Auch Blaser Swisslube ist der festen Überzeugung, dass enge Kooperation und intensive Beratung letztlich der Schlüssel zum Erfolg sind.

Oder – wie Detlef Stülzebach, Geschäftsführer bei Blaser Deutschland, in seiner Eingangsrede formulierte: „Wir sind vielleicht nicht die günstigsten, aber am Ende vielleicht die preiswertesten.“ Wie sich der richtige KSS auf Werkzeuge und deren Standzeit auswirken kann, zeigte das Beispiel des Gewinners im Bereich Werkzeugoptimierung, der Federal-Modul Wiesbaden GmbH. Das Unternehmen ist Teil von Federal-Mogul Powertrain, Mitglied der Federal-Mogul LLC in den USA und gilt innerhalb der Gruppe als größtes Werk für die Herstellung von Gleitlagern. Beim Bohren und Biegen kamen bisher Hydrauliköle zum Einsatz. Nach einer gemeinsamen Analyse mit Blaser Swisslube entschied man sich beim Bohren für den Einsatz von Vascomill MMS SE 3, einer auf Esteröl basierenden Minimalmengenschmierlösung. Das Ergebnis: die Maßgenauigkeit und Werkzeugstandzeit konnten deutlich verbessert werden. Zudem konnte die Taktzeit um über ein Drittel erhöht werden. Auch beim Biegen kam nun die Minimalmengenlösung zum Einsatz, wodurch man trockene Teile erreichte und auch hier die Taktzeit um ein Drittel erhöhen konnte. Probleme mit starkem Bakterien-und Pilzbefall hatte die OHST Medizintechnik in Rathenow. Vorzeitige Emulsionsausfall und aufwändige Maschinenreinigung führten zu instabilen Prozessen.

Durchbruch mit Bio-Konzept

Eine Umstellung auf Blasocut BC 935 Kombi – einem wassermischbaren, chlorfreien Kühlschmierstoff, basierend auf dem Blaser-Biokonzept, das dank eines natürlichen Wasserkeimes auf Bakterizide verzichten kann – brachte dann die entscheidende Verbesserung. Seit nunmehr drei Jahren im Einsatz, wurde die Maschinenverfügbarkeit um über 50% erhöht. Auch außerplanmäßige Maschinenreinigungen sind nicht mehr nötig. Angenehmer Nebeneffekt: Die Werkzeugstandzeiten konnten teilweise um 20 % erhöht werden. Ein ganz anderes Thema beschäftigte Weber-Hydraulik aus Güglingen. Die Spezialisten für funktionssichere und maßgeschneiderte Hydrauliklösungen hatten einerseits mit einer niedrigen Emulsionsstandzeit von nur 3 bis 5 Monaten zu kämpfen, vor allem aber traten bei den Maschinenbedienern Hautprobleme auf, was zu einem hohen Krankenstand geführt hat.

Mit der Umstellung auf B-Cool 755 beträgt die Standzeit mittlerweile 15 Monate, Hautprobleme bei den Mitarbeitern treten mittlerweile keine mehr auf. Auch hier ein angenehmer Nebeneffekt: Die KSS-Kosten konnten gegenüber dem Vorjahr um 75 % reduziert werden. Dafür gab es die Blaser-Produktivitätstrophäe für den Bereich Nachhaltigkeit, Mensch und Umwelt. Die Woodward Aken GmbH, die deutsche Hauptvertretung des Woodward Govenor Maschinenbau-Konzerns, produziert Einspritzsysteme und Ventile für Großdieselmotoren. Aufgrund von Veränderungen in der ‚Barrel‘-Fertigung und einer neu im Einsatz befindlichen Schleifscheiben-Technologie wurden die vorhandenen Kühlschmierstoff-Lösungen auf den Prüfstand gestellt, was letztlich zum Einsatz von Vasco 6000 führte. Durch den Wechsel auf den Hochleistungskühlschmierstoff, basierend auf Esteröl, konnten die Prozesse stabilisiert und in der ganzheitlichen Betrachtung die Produktivität um 15 % gesteigert werden.

Stabile Emulsion mit zentraler Befüllstation

In der letzten Kategorie, der Kühlschmierstoffoptimierung, kam die VSMPO TiRus GmbH aus Frankfurt zum Zug. Die Tochtergesellschaft eines der weltweit größten Herstellers von Titan, liefert Titanhalbzeuge in Form von Platten, Blechen, Stangen, Rohren oder auch Schmiedeteilen. Ausgestattet mit einem kleinem Mischgerät war ein Mitarbeiter des Unternehmens mehrere Stunden in der Woche damit beschäftigt, mit einem Kühlschmierstofffass von Maschine zu Maschine zu fahren und diese zu befüllen oder nachzufahren. Einerseits war das sehr zeitaufwendig, andererseits führte dies zu ungenauen Dosierungen.

Auf Empfehlung des Blaser-Anwendungstechnikers wurden eine digitale Mischbatterie und eine zentrale Befüllstation installiert. Die daraufhin optimal angemischte Emulsion zeichnet sich seither durch eine hohe Stabilität aus und auch die Konzentration kann nun in allen Maschinen konstant gehalten werden. Außerdem wurde eine Zeitersparnis von über 30 % erreicht. Auch hier erhöhte sich zudem die Werkzeugstandzeit. All dies sind Beispiele, wie Unternehmen bei einer genauen Prozessbetrachtung und der passenden Kühlschmierstoff-Strategie effizient fertigen und Kosten einsparen können. Um diesen Umstand weiß man auch bei Blaser Swisslube und setzt daher auf intensive Kundenberatung. Die Preisträger jedenfalls zeigten sich in Sinsheim mit dem erreichten sehr zufrieden und hatten allen Grund zu feiern.

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