Der neue KSS Rhenus TU 446 ist für ein breit gefächertes Materialspektrum ausgelegt. Unter anderem eignet er sich hervorragend für die Zerspanung von Buntmetallen.
Foto: Rhenus Lub

Thema der Woche

Wie KSS zum Wettbewerbsvorteil wird

Ideal ist, wenn ein KSS bei verschiedenen Anwendungen stabil funktioniert - sowie der Rhenus TU 446. Rhenus Lub erklärt, wo er seine Stärken ausspielt.

Geht der Trend zum Universal-Schmierstoff? Auch wenn genau auf bestimmte Anwendungen getrimmte KSS optimale Performance versprechen, spricht einiges für universell einsetzbare Produkte. Davon ist man auf jeden Fall bei Rhenus Lub überzeugt. Das neueste Produkt, das die KSS-Experten daher auf den Markt gebracht haben, ist der Rhenus TU 446, der für ein breites Anwendungsspektrum konzipiert ist und so für die nötige Flexibilität bei fertigenden Unternehmen sorgt.

Viele Anwender wollen einen KSS, der flexibel bei verschiedenen Bearbeitungsschritten und Materialien einsetzbar ist, so die Einschätzung von Rhenus Lub. „Wir stehen eng mit unseren Kunden in Kontakt und haben die Erfahrung gemacht, dass viele unserer Kunden eine große Bandbreite an Materialien bearbeiten müssen und dazu einen KSS benötigen, der ihnen das prozesssicher und ohne Qualitätseinbußen erlaubt“, weiß Thomas Genz Leiter Marketing bei Rhenus Lub.

Weniger Wartung - weniger Lagerfläche

Die Vorteile dabei liegen klar auf der Hand: Es kann auf den Einkauf verschiedener Kühlschmierstoffe verzichtet werden, was Wartungsaufwand, benötigte Lagerfläche und letztlich Kosten spart. Trotz all dem möchte aber niemand auf beste Werkstückqualität verzichten, einen effizienten KSS im Einsatz haben und dabei am besten kaum Aufwand im Handling betreiben müssen. „Zudem stellen unsere Kunden immer mehr den Arbeitsschutz in den Fokus, wozu unser neues Produkt einen sehr guten Beitrag leistet“, erklärt Thomas Genz. Dass das aber nicht bedeutet, dass Rhenus Lub jetzt nur auf Allround-Kühlschmierstoffe setzt, unterstreicht Meinhard Kiehl, Direktor Marketing, Produktmanagement bei Rhenus Lub: „Auch wenn wir unlängst mit Rhenus TS 440 und nun mit dem Rhenus TU 446 Kühlschmierstoffe für unsere Kunden entwickelt haben, die aufgrund ihres Bearbeitungsspektrums hohe Zuverlässigkeit bei sehr flexibler Anwendung benötigen, bedeutet das nicht, dass wir uns nur auf solche Produkte fokussieren. Wir haben in der Zwischenzeit beispielsweise auch einen speziellen KSS für ein Unternehmen aus der Luftfahrtindustrie entwickelt, die für ihre Bearbeitung sehr spezifische Eigenschaften benötigen. Man kann also nicht sagen, dass der Trend rein in Richtung Universal-KSS geht. Trotzdem gibt es aber einen großen Bedarf an flexiblen Lösungen. Die erlauben es dem Kunden, sich auf ihre Kernkompetenz zu konzentrieren und für ihre verschiedenen Anwendungen ein stabiles, zuverlässiges und effizientes Produkt einzusetzen.“

Hohes Leistungsvermögen

Auf jeden Fall stellt so ein anspruchsvolles Anforderungsprofil, einen Hersteller vor eine echte Herkulesaufgabe. Bei Rhenus Lub ist es seit jeher so, dass sich die Entwicklungen ganz eng am Kundenbedarf orientieren. Die Lösung von Rhenus Lub hierfür heißt Rhenus TU 446. Und bei aller Universalität, betont Meinhard Kiehl, dass das Leistungsvermögen für anspruchsvolle Zerspanung beim Rhenus TU 446 sehr hoch sei. Die universelle Einsetzbarkeit gehe also nicht zu Lasten der Leistungsfähigkeit. Um aber einerseits zuverlässig kritische Aluminiumlegierungen zerspanen zu können ohne den Werkstoff durch den KSS zu verfärben, gleichzeitig hochfeste Stähle oder Titanlegierungen zuverlässig zu zerspanen, benötigt eben eine spezielle Art der Additivierung. „Die Kunst ist, die geeignete Kombination von Additiven zu finden, die einerseits die Wärme bei harten Werkstoffen zuverlässig abführt und die nötige Schmierwirkung erzeugt, ohne dass die Anforderungen die an einen KSS für andere Legierungen wie etwa Aluminium gestellt werden, darunter leiden“, skizziert Dr. Hans Jürgen Schlindwein, Leiter F&E, Qualitätskontrolle Kühlschmierstoffe bei Rhenus Lub, die Herausforderung für die Entwickler. Gelingt das, lassen sich natürlich auch Werkstoffe wie etwa Buntmetalle problemlos mit dem rhenus TU 446 bearbeiten. „Wir haben mit dem rhenus TU446 einen KSS entwickelt, der von leichten Zerspananforderungen - sei es von der Materialanforderung aber auch von den verschiedenen Zerspanoperationen – bis zu schwersten Anforderungen zuverlässige Ergebnisse zulässt. Einen KSS also, der Kühl- Spühl-und Schmierwirkung in einer Weise kombiniert, dass der Anwender seinen KSS nicht wechseln muss, auch wenn er von einer leichten Anforderung zu einer schweren Bearbeitungsaufgabe, etwa mit Titan wechseln muss. Das spart dann natürlich Zeit und Geld“, erklärt Dr. Hans Jürgen Schlindwein weiter.

Zuverlässig auch bei komplexen Aufgaben

Egal ob Drehen, Fräsen, Gewindebohren, Bohren oder auch Schleifen, der Rhenus TU 446 ist für all diese Anwendungen einsetzbar. „Zerspan-Geschwindigkeit und Genauigkeit werden heute immer weiter optimiert. Das sind wesentliche Faktoren um einen Wettbewerbsvorteil zu haben. Dazu ist ein KSS notwendig, der auch bei komplexen Aufgaben stabil und zuverlässig ist“, ergänzt Meinhard Kiehl. Von der Materialseite führt er einen Vergleich von zwei Werkstoffen an, die eben fundamental andere Eigenschaften eines KSS verlangen. Die Bearbeitung von Guss und Titan. Sind gerade bei der Guss-Bearbeitung die Spüleigenschaften des KSS gefordert um die sich bildenden Schmutznester – ein idealer Nährboden für Bakterien – in der Maschine zu vermeiden, ist bei Titan ein KSS gefragt, der in der Lage ist einen guten Wärmeabtransport zu gewährleisten, also gute Kühleigenschaften besitzt. Eigentlich sehr konträre Anforderungen. „Bei Rhenus TU 446 haben wir eine Formulierung gewählt, die beidem gerecht wird, sodass auch höchste Ansprüche an den KSS noch erfüllt werden können, ohne aber wichtige Eigenschaften wie bei der Guss-Bearbeitung zu vernachlässigen. Sie werden auf dem Markt nicht viel finden, was bei diesen beiden Werkstoffen so zuverlässig einsetzbar ist“, erklärt Meinhard Kiehl.

Einstufung in WGK 1 erspart Mehraufwand

Trotz seiner Vielseitigkeit müssen die Anwender bei Rhenus TU 446 auf mittlerweile etablierte Eigenschaften nicht verzichten. So werden Anforderungen aus Umwelt- und Arbeitsschutz erfüllt, die Formulierung kommt ohne GHS –Piktogramme SVHC-Inhaltsstoffe oder auch Formaldehydabspalter aus. Dank der Einstufung in die Wassergefährdungsklasse 1 bleibt den Anwendern zudem ein erhöhter Mehraufwand im Handling und der Lagerung erspart. „Gerade was die Wassergefährdungsklassen angeht, herrscht oft noch Unsicherheit, da die Anwender die jeweilige Einstufung selbst nachweisen und gewährleisten müssen und beim Verlassen der Wassergefährdungsklasse 1 schnell ein erheblicher Mehraufwand betrieben werden muss. Daher haben wir bei der Formulierung darauf geachtet, dass Rhenus TU 446 in WGK 1 eingestuft ist. Darauf können sich unsere Kunden verlassen“, erklärt Dr. Hans Jürgen Schlindwein. Dass Rhenus TU 446 durch die spezielle Additivierung auch für fleckempfindliche Werkstoffe geeignet ist, sprich die Fleckenbildung verhindert, macht den Einsatz bei Buntmetallen und Aluminiumlegierungen möglich. Auch für Nichteisenmetalle wie Cu-Legierungen ist Rhenus TU446 laut Hersteller einsetzbar. Hausinterne Tests haben ergeben, dass bei Kupfer wie etwa auch AI 5083 oder AI 7075 keinerlei Verfärbung und Korrosion entsteht. Dass die Kreation eines KSS der solch ein weit gefächertes Anforderungsprofil abdeckt, nicht ganz trivial ist, bestätigt Dr. Hans Jürgen Schlindwein: „Leider ist es nicht damit getan, für jede Einzelanforderung das passende Additiv in den KSS zu geben. Das Problem ist, dass bestimmte Additiv- Kombinationen konträr zueinander arbeiten, also die Gefahr dabei besteht, dass eine bestimmte Wirkung neutralisiert wird. Um bei solch einem Spektrum an Anforderungen die Hochwertigkeit des KSS zu erhalten muss man also die passende Kombination finden.“

Ein KSS, der Fehler verzeiht

Ist das so, wie bei Rhenus TU 446 geschehen, lassen sich mit dem Einsatz des KSS Kosten sparen. Allein die Tatsache, dass man nur noch eine Formulierung vorrätig haben muss, spart Zeit und Lagerkosten. Zudem zeigt sich der Rhenus TU 446 laut Hersteller als sehr robust, sprich, er verzeiht auch einmal einen Fehler im Umgang. „Wird einmal die Toleranzgrenze eines wesentlichen Parameters überschritten, lässt sich dies wieder korrigieren, ohne dass gleich die ganze Emulsion gefährdet ist“, skizziert Meinhard Kiehl die Robustheit des KSS. Mit einer Alkalität von pH 9,3 bis 9,5 bietet Rhenus TU 446 kein optimales Umfeld für Bakterienverbreitung und ist, beachtet man die üblichen Wartungsanweisungen, auch langzeitstabil einsetzbar. „Die größten Kosten im Zusammenhang mit dem KSS entstehen natürlich in der Verbrauchsmenge. Daher war es uns wichtig ein stabiles Produkt auf den Markt zu bringen, das langlebig ist. So lassen sich die Wartungs- und Austauschintervalle gezielt planen und steuern. Kommt dann eine einfache Handhabung dazu, kann sich der Zerspaner auf sein Kerngeschäft konzentrieren, das liefert für die Unternehmen echten Mehrwert“, fasst Meinhard Kiehl zusammen. Natürlich muss jeder Anwender abwägen, ob sein Einsatzspektrum besser mit speziellen KSS oder einem Universal-KSS zu bearbeiten ist. Für Anwender die aber ein breites Fertigungsspektrum haben, kann ein KSS wie der Rhenus TU 446 zum echten Wettbewerbsvorteil werden.

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