Markus Heseding als Geschäftsführer des VDMA-Fachverband-Präzisionswerkzeuge macht die zerspanungs-orientierte Rechnung auf. Mehr Infos verspricht er auf der World Cutting Tools Conference 2019.

Thema der Woche 13/2019

Werkzeug im Wandel?

Der VDMA hatte die fast gleichnamige Studie ‚Antrieb im Wandel‘ 2018 veröffentlicht. Was der Wandel für die Werkzeugbranche bedeutet, erklärt Markus Heseding.

Nach Angaben der Studie ‚Antrieb im Wandel‘ werden Europa, USA und China 2030 rund 58% des globalen Pkw-Marktes ausmachen. Verbrennungsmotoren und Hybride werden bis 2030 ein Maximum erreichen, das bei rund 100 Mio. Einheiten pro Jahr liegen wird. Dazu werden gut 20% elektrisch angetriebene Fahrzeuge kommen. Verbrennungsmotoren werden nur leicht verlieren, Hybride sollen gut die Hälfte der Neufahrzeuge in 2030 ausmachen. Reine Elektromobile sollen erst ab 2030 entscheidend zulegen. Vergleichbar soll die Entwicklung auch bei den Lkws sein.

Fertigungskosten: Beim Hybrid kommt ein Viertel dazu

Bei der Betrachtung der Fertigungskosten sieht die Studie den Elektroantrieb vorne: Wird die Batterie mit rund 40% raus gerechnet, sind die Kosten um über 60% niedriger als beim Mildhybrid. Beim Plug-in-Hybrid wäre es noch ein Viertel mehr. Dessen Batterie würde weitere 15% aufschlagen. Unterm Strich heißt das: Elektrofahrzeuge haben rund zwei Drittel weniger Wertschöpfung, dagegen kommt beim Hybrid rund ein Viertel dazu.

Elektromobil braucht nur noch 25% Zerspanung

Markus Heseding als Geschäftsführer des VDMA-Fachverband Präzisionswerkzeuge macht hier die zerspanungs-orientierte Rechnung auf: „Die Auswirkungen für die Zerspanungsindustrie in Deutschland werden deutlich zu spüren sein. Unsere Mitgliedsfirmen kalkulieren, dass der Zerspanungsaufwand für einen batterieelektrischen Antrieb gegenüber einem konventionellen Verbrenner nur noch bei rund 25% liegen wird. Allerdings würde ein Hybrid wegen des zweiten Antriebssystems rund ein Fünftel mehr Zerspanung verlangen.“

"Führende Marktposition gezielt um neue Fähigkeiten ergänzen"

Momentan sei damit zu rechnen, dass das Marktvolumen für Komponenten von elektrischen Antrieben für Hybrid- und Elektrofahrzeuge sehr stark wachsen wird. Positiv gesehen, wird das neue Chancen für alle Marktteilnehmer eröffnen. „Damit Deutschland seine führende Marktposition behält, müssen die existierenden Kernkompetenzen gezielt um neue Fähigkeiten ergänzt werden“, betont Markus Heseding.

Zerspanung der Zukunft auf der World Cutting Tools Conference 2019

Welche neue Fähigkeiten zur E-Mobilität und der Zerspanung der Zukunft bereits verfügbar sind, präsentiert der VDMA Präzisionswerkzeuge als Ausrichter der diesjährigen World Cutting Tools Conference 2019, die vom 26.-29.6. am Tegernsee veranstaltet wird. Die komplette Studie können übrigens VDMA-Mitglieder kostenfrei runterladen unter: elektromobilitaet.vdma.org/antrieb-im-wandel.

Zum Thema der Woche 13/2019

Welche Werkzeuge braucht die E-Mobilität?

Was braucht der Zerspaner, um perfekte Teile für die E-Mobilität herzustellen? Gibt es schon passende Werkzeuge? Drei Experten geben Tipps.

Thema der Woche 13/2019

E-Mobilität oder doch E-Fuel?

E-Fuel wäre die Lösung für unsere Energieprobleme, wird aber erst ab 2021 produziert. Welches Antriebskonzept macht also das Rennen?

News

Die Top-Märkte für deutsche Werkzeuge

Rekordjahr auf Rekordjahr: Auf 10,6 Mrd. Euro schätzt der VDMA-Fachverband Präzisionswerkzeuge den Umsatz in 2017. 2018 sollten es 11,1 Mrd. sein. Es gibt aber auch Probleme.

Kühlschmierstoff

Toyota setzt auf KSS von Blaser

Das Siegerauto von Le Mans gibst auf der AMB bei Blaser Swisslube zu sehen. Auch die schweizer KSS-Experten hatten daran ihren Anteil.