NCF-Check

Wann werden Roboter an Werkzeugmaschinen mobil?

Im NCF-Check haben wir bei Roboterexperten nachgefragt, welches Potenzial sie für mobile Roboter an Werkzeugmaschinen sehen.

Für das Be- und Entladen von Werkzeugmaschinen gehören Roboter inzwischen zum Alltag. Aber werden sie bald auch autonom durch die Produktionshallen fahren? Wir haben bei Roboterherstellern und Systemintegratoren nachgefragt – und sie schätzen das Potenzial mobiler Roboter durchweg groß ein. Denn als bewegliche Systeme können Roboter weit mehr, als nur Maschinen mit Material versorgen: Sie sind in der Lage, Werkzeuge und Spannmittel zu wechseln oder mehrere Anlagen zu bedienen.

Nick Koch (Robotec): Mobile Roboter haben großes Potenzial

Das Potenzial für mobile Roboter an Werkzeugmaschinen ist groß, vor allem bei neu zu planenden Prozessen. Die Robotec Solutions AG wird auf der kommenden AMB eine verknüpfte Zelle ausstellen. Feste Förderstrecken brauchen viel Platz und sind starr verbaut. Rein manuelle Tätigkeiten werden immer teurer. Die Vorteile von mobilen Robotern liegen daher auf der Hand: Hohe Flexibilität, schlanke Produktion, Vernetztheit der Anlagen und eine von außen steuerbare Produktionslogik. Die Lösungen sind einfach adaptierbar und heute äußerst sicher und zuverlässig. Allerdings dürfen die Zykluszeiten nicht vorgegeben sein, denn die mobile Robotik ist wie der Straßenverkehr, manchmal gibt es Stau. Die Umgebungen müssen zudem sauber sein und die Hallen eben.

Winfried Geiger (Kuka): An mehreren Maschinen flexibel einsetzbar

Mobile Roboter können die Produktivität durch die Übernahme von Zusatzoperationen deutlich optimieren. Da heute noch immer rund 60 % aller Applikationen an Werkzeugmaschinen Be- und Entladearbeiten sind, ist hier das Potenzial für Werkzeugbestückung und Servicerobotik besonders groß. Mobile Roboter verbessern die Auslastung der Maschinen, minimieren Nebenzeiten wie Werkzeugbestückung und Spannmittelwechsel, senken die Lohnstückkosten und bedienen so die Anforderungen des Marktes. Ist ein Roboter mobil, kann er auch Werkzeuge und Spannmittel an mehreren Maschinen flexibel wechseln. Wichtig ist, dass die Kommunikation zwischen Werkzeugmaschinen und mobiler Robotik funktioniert und über einen Leitrechner angesteuert wird.

Peter Pühringer (Stäubli): In mannlosen Schichten Maschinen bedienen

Mobile Roboter bringen nahezu grenzenlose Flexibilität in die automatisierte Maschinenbeschickung. Unser Helmo kann autonom fahren und navigieren. Damit ist er in der Lage, Aufgaben bei der Automatisierung von Werkzeugmaschinen zu übernehmen, die bis dato als nicht automatisierbar galten. Das System ist zudem hervorragend geeignet, um in mannlosen Nachtschichten Maschinen zu bedienen. Anwender profitieren dabei von der höheren Produktivität. Deshalb sehen wir großes Potenzial. Die wichtigsten Vorteile liegen bei der automatischen Verkettung von Werkzeugmaschinen, bei Applikationen mit sehr kurzen Hauptzeiten und entsprechend großem Handlingaufwand, sowie bei der Bedienung mehrerer Maschinen durch ein mobiles Robotersystem.

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