Massimo Carboniero, Präsident des italienischen Herstellerverbands Ucimu, gab auf der Jahrespressekonferenz einen leichten Rückgang der Wirtschaftszahlen bekannt.
Foto: Ucimu

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Ucimu erwartet nach 2019 auch für 2020 einen Rückgang

Ucimu, der Verband der Italienischen Hersteller für Werkzeugmaschinen, Robotern und Automationssystemen erwartet für 2020 einen Rückgang auf Normalniveau.

Das Jahr 2019 stellt für die italienische Herstellerindustrie von Werkzeugmaschinen, Robotern und Automationssystemen das Ende des im Jahr 2014 begonnenen positiven Trends dar, wie Ucimu bekanntgab. Der verzeichnete Rückgang ist jedoch entschieden moderat und beweist, dass die Werte der wichtigsten Wirtschaftsindikatoren auf ein normales Niveau zurückgehen, nach dem auch durch die Maßnahmen von Industrie/Unternehmen 4.0 gestützten Erfolg. Die Abschwächung setzt sich auch 2020 fort.

In- und Auslandszahlen sinken

Das ist kurz gefasst was Massimo Carboniero, Präsident von Ucimu Sistemi per produrre (Verband der italienischen Hersteller von Werkzeugmaschinen, Robotern und Automationssystemen) im Laufe der Pressekonferenz zum Jahresende umrissen hat. Wie aus den vom Centro Studi & Cultura di Impresa di Ucimu Sistemi per produrre erarbeiteten Vorabschlussdaten hervorgeht, ist die Produktion im Jahr 2019 auf 6.440 Millionen Euro gesunken und verzeichnete somit einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 4,9%. Das Ergebnis wurde sowohl durch die Rückläufigkeit von Lieferungen der italienischen Hersteller auf dem Inlandsmarkt, um 8,1% auf 2.860 Millionen Euro gedrückt, als auch durch den negativen Verlauf des Exportes, der um 2,3% auf 3.580 Millionen sank.

Exportdaten für die ersten acht Monate

Laut der von Ucimu erarbeiteten ISTAT-Daten für die ersten acht Monate des Jahres (letzte verfügbare Erhebung) waren die wichtigsten Absatzländer: die USA, 257 Millionen Euro (+15,1%); Deutschland, 236 Millionen Euro (-4%); China, 205 Millionen Euro (-13,4%); Frankreich 158 Millionen Euro (+17,6%); Polen 120 Millionen Euro (-16,2%). Auf dem Inlandsmarkt ging im Jahr 2019 der Verbrauch an Werkzeugmaschinen, Robotern und Automationssystemen um 7,2% auf 4.790 Millionen Euro zurück.Leicht angestiegen ist das Verhältnis von Export und Produktion, von 54,1% im Jahr 2018 auf 55,6% im Jahr 2019.

Auch für 2020 erwartet Ucimu einen Rückgang

Im Jahr 2020 dürfte die italienische Fachindustrie eine weitere Verlangsamung verzeichnen, wobei sich die Werte jedoch auf hohem Niveau halten, gleich denen des Jahres 2017. Die Produktion wird auf 5.900 Millionen (-8,4%) sinken, belastet durch das Ergebnis des Exportes, der sich mit einem erwarteten Rückgang von 5,3% auf 3.390 Millionen Euro einpendeln wird. Der Verbrauch, d.h. die Nachfrage seitens der italienischen Nutzer wird bei 4.305 Millionen Euro (-10,1%) stehen bleiben. Die partielle Einschränkung des Inlandsmarktes wird sich sowohl auf die Lieferungen der italienischen Hersteller - mit einem Rückgang auf 2.510 Millionen Euro (-12,2%) - als auch auf den Export auswirken, der sich bei 1.795 Millionen Euro (-7%) einpendeln wird. Das Verhältnis Export/Produktion wird um 2% auf 57,5% ansteigen.

Internationale Verhältnisse wirken sich aus

Massimo Carboniero, Präsident von Ucimu Sistemi per produrre, kommentierte: „Aus der Analyse der vom Centro Studi erarbeiteten Daten wird ersichtlich wie der internationale Kontext den Verlauf der italienischen Herstellerindustrie von Werkzeugmaschinen, Robotern und Automationssystemen beeinflusst, die erstmals nach 5 Jahren anhaltendem Wachstum einen Stillstand verzeichnet.“

Pendelt sich die italienische Wirtschaft auf normalem Niveau ein

„Andererseits“ - fuhr der Präsident von Ucimu Sistemi per produrre fort - „der 2019 verzeichnete und der für 2020 erwartete Rückgang scheinen in jedem Fall gemäßigt zu sein. Diese Ergebnisse, die fast an die von 2017 – einem durchaus positiven Jahr – heranreichen, sind eher ein Anzeichen einer allmählichen erneuten Positionierung der italienischen Industrie auf ein normales Niveau, das im Jahr 2016 festgelegt wurde, vor der Auswirkung der von den Regierungsbehörden eingeführten Maßnahmen Industrie/Unternehmen 4.0.“

Positive Entwicklung der BI-MU

„Ein Beweis dafür sind die sind die Teilnahmebestätigungen für die 32. BI-MU – Biennale der Werkzeugmaschinen vom 14. bis 17. Oktober 2020 auf dem Messegelände fieramilano Rho zu Gast – die zum heutigen Zeitpunkt die gleiche vorreservierte Ausstellungsfläche wie im gleichen Zeitraum bei der Ausgabe 2018 aufzeigt.“

Erneuerung der italienischen Industrie

Massimo Carboniero fuhr fort: „Der Erneuerungsprozess der italienischen verarbeitenden Industrie und die Umwandlung der Produktionsstätten - auch digital – sind gewiss nicht ausgeschöpft. Im Gegenteil, man muss diesen Weg weiter verfolgen, um Erhaltung und Anstieg der wettbewerbsfähigen Kluft unseres verarbeitenden Gewerbes gegenüber dem der ausländischen Wettbewerber zuzusichern.“

cd

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