Die Spannvorrichtung der Robodrill HB hat fünf Mehrfachaufnahmen, die beliebig miteinander kombiniert werden können. Die einzelnen Sets der Vorrichtung eignen sich für Werkzeugschäfte von 6 bis 20 mm Durchmesser.
Foto: Häberle

Werkzeugschleifen

So schleifen Werkzeughändler Spannflächen nach Bedarf

Die von Häberle umgerüstete Robodrill HB zum Schleifen von Weldon-Spannflächen halbiert den Lagerbestand bei einem Werkzeughändler.

Die neue Maschine von der Häberle Feinmechanik CNC-Technik GmbH zum Schleifen von Spannflächen war eigentlich als Exponat für eine Messe vorgesehen. Doch dann wurde sie vom Kunden direkt aus der Montagehalle abgeholt. Bei der Maschine handelt es sich um eine standardmäßige Robodrill alpha-D14MiB5 von Fanuc, die mit einer von CNC Häberle entwickelten Spannvorrichtung und einer kleinen Kühlmittelversorgung zur Schleifmaschine umgerüstet wurde. Die Maschine mit der Bezeichnung Robodrill HB dient damit zum Schleifen von Weldon-Spannflächen an Fräswerkzeugen mit Schaftdurchmessern zwischen 6 und 20 mm.

Werkzeuge in allen Durchmessern

Wenn man nur ansatzweise die Einsparung des Kunden nachrechnet, ist die Eile leicht nachvollziehbar. Geschäftsführer Rainer Häberle: „Der Kunde, ein Werkzeughändler, verspricht sich eine Reduzierung seiner Lagerbestandskosten um rund 1 Mio. EUR.“ Bislang nämlich musste der Händler zwei Varianten bei Fräswerkzeugen vorhalten, solche mit runden Schäften für Hydrodehnspannfutter oder Schrumpfaufnahmen sowie Fräswerkzeuge mit Weldon-Spannfläche. Solche Spannflächen erst dann anzubringen, wenn ein entsprechender Auftrag eingegangen ist, hätte den Händler Aufwand und Zeit gekostet – zu einem Zeitpunkt, zu dem der Kunde dringend ein Werkzeug braucht. Um sofort aus dem Katalog liefern zu können, legte sich der Händler also bislang beide Varianten auf Lager. Und das für alle Werkzeuge in allen Durchmessern.

Einfache Bedienung für die Herstellung von Spannflächen gefragt

Mit der Häberle Robodrill HB findet dieser Teil der Wertschöpfung erst nach dem Bestelleingang statt. Bislang wurden für solche Schleifaufgaben manuelle Maschinen eingesetzt. Auch CNC Häberle hatte einmal eine solche Maschine im Programm. Die WH1 arbeitete wie eine eingespannte Trennscheibe. Damit konnte man direkt vor Ort die entsprechenden Flächen herausarbeiten. Aber komfortabel und genau geht heute anders. Geschätzt werden solche Maschinen im Alltag eines Händlers jedoch wegen ihrer einfachen Handhabung. Diese Eigenschaft musste also auch in der neuen Maschine ihren Niederschlag finden, so dass auch ein Lagerarbeiter damit umgehen kann.

Durch zwei technische Features realisierbar

Die Idee, die Maschine praktisch mit einem Klick zu starten, ist erst durch zwei technische Features realisierbar geworden. Zum einen erleichtert das Piktogramm-orientierte iHMI für Fanuc CNC die Bedienung, zum anderen gestattet die Software „Fanuc Picture“ eine individuelle Gestaltung dieser Oberfläche. Aber was heißt das in der Praxis? Häberle erklärt: „Die Maschine am Warenausgang eines Händlerlagers muss auch vom Personal an der Stelle bedient werden können.“ In der Regel sind das aber keine CNC-Spezialisten oder Programmierer. Eine fünfminütige Einweisung sollte laut Häberle genügen. Umgesetzt wurde dies so, dass die Maschine nur eingeschaltet werden muss und der Schleifvorgang auf Knopfdruck läuft.

Video: Häberle

Wenig Paltzbedarf

Ausschlaggebend für die Wahl der Robodrill waren der geringe Platzbedarf, die hohe Zuverlässigkeit und der vergleichsweise niedrige Einstiegspreis für die Standardausstattung. Die handelsüblichen, profilierten Schleifscheiben sind in dem 14 Plätze umfassenden Werkzeugspeicher der Maschine untergebracht, wobei ein Platz für einen Lang-Reinigungspropeller reserviert ist. Die glasfaserverstärkten Flügel öffnen sich durch die Drehung und blasen Kühlmittel weg. Bei Stillstand der Spindel schließen sich die Flügel.

Foto: Häberle
Die von CNC Häberle umgerüstete Robodrill HB schleift die Spannflächen von Fräswerkzeugen.

Die Wahl zwischen Kauf oder Leasing

Die Spannvorrichtung der Robodrill HB hat fünf Mehrfachaufnahmen, die beliebig miteinander kombiniert werden können. Die einzelnen Sets der Vorrichtung sind für Werkzeugschäfte von 6 bis 20 mm Durchmesser vorgesehen. Die einzelnen Schäfte werden in die Aufnahme gesteckt und manuell mit einem Innensechskant-Schlüssel fixiert. Die Aufnahmen der zu schleifenden Werkzeuge sind so gestaltet, dass sich normalerweise kein Schleifstaub dort absetzen kann und die Werkzeugschäfte tatsächlich plan aufsitzen.

Aufnahmen, Schleifscheiben, Kühlmittelanlage

Die Robodrill HB kommt inklusive Aufnahmen, Schleifscheiben und einer eigens entwickelten Kühlmittelanlage im Paket und betriebsfertig. Ein Kunde kann entscheiden, ob Kauf oder Leasing die für ihn bessere Variante ist. „1.999 Euro im Monat sind doch nicht schlecht“, meint Häberle. Dabei ließe sich die Robodrill HB mit geringem Aufwand in eine Fräsmaschine „zurückverwandeln“ und damit einer weiteren Nutzung zuführen. Das kann entweder für den Käufer oder auch für den Leasinggeber eine attraktive Lösung sein, denn wirklich beansprucht ist eine Maschine von der Zuverlässigkeit einer Robodrill beim Schleifen von Spannflächen nicht. Häberle: „Die ist nach Jahren noch gut.“

cd