Die Kosten, die durch herkömmliches Toolmanagement entstehen, werden immer noch von vielen Unternehmen unterschätzt, so Abele, Liebeck, und Hueske in ihrem Aufsatz „Optimierung des Werkzeugmanagements“.
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Sägetechnik

So gelingt die Digitalisierung der Sägetechnik

Die Digitalisierung macht auch vor der Sägetechnik nicht halt. Wie so die Produktivität erhöht werden kann, wissen die Experten von Wikus.

Auch bei der Sägetechnik gilt: Kosten senken und gleichzeitig die Produktivität erhöhen. Dabei sollten immer die Gesamtkosten, also Maschinenkosten, Personalkosten und Werkzeugkosten in Betracht gezogen werden. Eine Digitalisierung der Abläufe im Sägebetrieb kann sich hier günstig auswirken. Sind Maschine, Band und Werkstück mit Sensoren ausgestattet, lassen sich Daten zum Werkstoff und seinen Eigenschaften automatisiert übermitteln, mit Hilfe eines Schnittdatenprogramms das ideale Sägeband auswählen sowie die Schnittparameter berechnen. Das beschleunigt den gesamten Prozess und verhindert einen vorzeitigen Verschleiß des Sägebands. Die Zeitersparnis verringert die Werkzeug-, Maschinen- sowie Personalkosten, während die längere Standzeit die Werkzeugkosten pro Schnitt reduziert.

Automatisierter, dynamischer Wiederbeschaffungsprozess

Schon jetzt finden Lösungen wie etwa der WIstore von Wikus, große Akzeptanz. Ein automatisierter, dynamischer Wiederbeschaffungsprozess auf Basis von RFID-Technologie reduziert beim WIstore Prozesskosten in Einkauf und Logistik und ermöglicht einen transparenten, tagesaktuellen Überblick über Lagerbestände sowie Verbrauchsanalysen. Die Anwender benötigen nur ein RFID-Lesegerät in Form eines kleinen Rechners mit Display sowie die dazugehörige RFID-Antenne. Letztere ist in eine befahrbare IP68-zertifizierte Indoor- und Outdoor-Gummimatte eingebaut.

Automatische Erfassung

Die Artikel und Pakete verfügen ebenfalls über einen RFID-Tag. Dadurch werden sowohl der Wareneingang als auch die Warenentnahme beim Kunden inklusive aller artikelspezifischen Informationen automatisch erfasst und an das Onlineportal übertragen. Die Veränderung des Lagerbestands ist somit nicht nur physisch im Unternehmen, sondern auch digital zu erkennen. Unterschreitet der Bestand eines Artikels den vereinbarten Schwellenwert, wird automatisch eine bedarfsgerechte Nachbestellung und Lieferung angestoßen. Im Onlineportal können Unternehmen durch verschiedene Auswertungs- und Analysemöglichkeiten wichtige Kennzahlen, zum Beispiel zur Lagerbewegung, im Blick behalten. Einkäufer sparen damit wertvolle Zeit, erhalten zudem Transparenz über den tatsächlichen Bedarf und können schnellere und datenbasierte Entscheidungen treffen.

Online und als Smartphone-App

Die online und als Smartphone-App verfügbare Software ParaMaster der Wikus-Sägenfabrik unterstützt dabei, Sägebänder auszuwählen, Schnittparameter sowie Schnittkosten zu ermitteln und so Maschine und Band optimal aufeinander abzustimmen. Folgt der User den Empfehlungen des Tools, kann er laut Wikus seine Kosten pro Schnitt und damit die Gesamtkosten signifikant senken.

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Der Wistore von Wikus stößt automatisiert eine bedarfsgerechte Nachbestellung und Lieferung aus dem Wikus-Lager an.

Sammeln und Asuwerten relevanter Daten

Das Sammeln und Auswerten relevanter Daten gehört zu den wichtigsten Faktoren für Unternehmen bei der Digitalisierung. Durch die Analyse von Daten lassen sich wichtige Erkenntnisse für die operative Steuerung sowie die Entwicklung neuer Produkte und Leistungen gewinnen. Unternehmen müssen daher die Informationen, welche durch vernetzte Maschinen, Werkzeuge, Werkstücke und Mitarbeiter entstehen, erfassen und analysieren. Dadurch werden die Abläufe in den Produktionshallen transparenter und lassen sich weitergehend automatisieren. Dies funktioniert jedoch nur, wenn jedes Bauteil und Werkstück Informationen zu sich selbst besitzt und mit anderen Objekten in der Umgebung kommunizieren kann.

Neue Technologien für bessere Vernetzung der Sägetechnik

Hersteller wie Wikus arbeiten eng mit Maschinenherstellern zusammen, um neue Technologien für eine bessere Vernetzung von Maschine und Band zu entwickeln. So lassen sich auch ältere Maschinen mit Sensoren ausstatten. Zukünftig sollte das Ziel eine mitdenkende Symbiose aus Maschine und Werkzeug sein, wie eingangs beschrieben. Diese können sich selbstständig auf das vorliegende Werkstück einstellen. Der Bediener braucht nur noch die Anforderungen an das Ergebnis zu definieren.

Einsparpotenzial bis 45 %

Werkzeug- und Maschinenhersteller müssen auch künftig gemeinsam neue Technologien und Konzepte für die Vernetzung vorantreiben. Dabei stehen die Maschinenhersteller vor der Herausforderung, mit mehreren Werkzeuganbietern Lösungen zu erarbeiten – eine zeitaufwendige Aufgabe. Insbesondere im Stahl- und Metallhandel besteht großer Aufholbedarf. Wie in anderen Branchen auch gibt es hier beispielsweise keine einheitlichen Artikelnummern für dieselben Produkte unterschiedlicher Hersteller. Eine große Chance besteht daher in gemeinsamen Branchenstandards – über Artikelnummern von Stahlprodukten bis hin zu Softwareschnittstellen. Denn nur so kann der Anwender letztlich verschiedene Maschinen und Werkzeuge in seiner Fertigung miteinander vernetzen und von Effizienzgewinnen profitieren. In der Digitalisierung der Sägetechnik steckt nach Einschätzung von Wikus ein Einsparpotenzial von 25 % bis 45 %, da sich maschinenbedingte Prozesskosten sowie maschinen- und organisationsbedingte Stillstände deutlich reduzieren lassen.

cd