In Baden Württemberg werden die Steimel-Anlagen über den Kooperationspartner Ilg + Sulzberger vertrieben. Eine eigene Servicestelle soll dort 2019 folgen.
Foto: Steimel

Aufbereiten

Restschmutz unter 2 % - aber wie?

Die Spezialisten von Steimel zeigen auf der AMB gemeinsam mit dem Kooperationspartner Ilg + Sulzberger, was in Sachen Späneaufbereitung möglich ist.

Seit über einem Jahr kooperiert die Gebrüder Steimel GmbH aus Hennef in Baden Württemberg mit der IS Zubehör GmbH, einer Tochter der Ilg + Sulzberger GmbH. Aus Sicht von Wolfgang Steimel, Prokurist und Vertriebsleiter Zentrifugen und Anlagenbau, eine für alle Seiten gewinnbringende Partnerschaft: „Wir können nun schneller auf die Kundenbedürfnisse in Baden Württemberg reagieren, da wir von Stuttgart aus einfach kürzere Wege haben. Da sich unsere Produkte mit denen von Ilg + Sulzberger sehr gut ergänzen, gab es zudem auch für die Kunden beider Partner Synergien.“

Eigene Servicestelle geplant

Für Steimel ist bei dieser Kooperation entscheidend, dass die Kunden in Süddeutschland besser betreut werden können. Zu diesem Zweck soll in einem nächsten Schritt eine eigene Servicestelle in Baden Württemberg etabliert werden, um bei Reparatur- oder Wartungsarbeiten nicht von Hennef aus agieren zu müssen und somit kostbare Zeit zu sparen. Geplant ist dieser Schritt für 2019. Zudem könnte von diesem neuen Standort auch die Servicebetreuung für Bayern und die Schweiz mit abgedeckt werden. „Diese Nähe zu unseren Kunden ist für uns enorm wichtig, da unsere Kunden natürlich einen gut funktionierenden Service mit kurzer Reaktionszeit erwarten. Auf diesem Weg können wir das nun noch einmal beschleunigen“, erklärt Wolfgang Steimel. Auf der AMB in Stuttgart wird Steimel daher in diesem Jahr erstmals mit auf dem Messestand von Ilg + Sulzberger vertreten sein. Dort ist dann das komplette Produktspektrum rund um die KSS-Aufbereitung zu sehen.

Was die Steimel-Produkte selbst angeht, können sich die Besucher ein Bild davon machen, was der vermehrte Einsatz von Robotertechnik – seien es Linear- oder Knickarmroboter – für Möglichkeiten eröffnet. Steimel setzt hinsichtlich der Automatisierung immer mehr auf Roboter, um die in der Anlage befindlichen Gebinde mit Spänen oder Bauteilen zu bewegen.

Späne waschen für optimalen Restschmutzgehalt

Ein weiterer zentraler Punkt des Steimel-Messeauftritts sind die Anforderungen, die wachsende Umweltauflagen den zerspanenden Unternehmen abverlangen. „Aufgrund dieser Bestimmungen kommt vermehrt das Interesse bei unseren Kunden auf, Späne nicht mehr nur zu entölen, sondern diese auch zu waschen“, erklärt Wolfgang Steimel. So sei hier zum einen natürlich die KSS-Rückgewinnung ein wichtiger Aspekt, zum anderen rücke der Waschprozess in den Fokus, um bestimmte Rückstände vor dem Einschmelzen noch herausnehmen zu können.

Kolportierte Restfeuchte fordert zusätzlichen Aufwand

Auch wenn seitens des Gesetzgebers noch nichts in trockenen Tüchern ist, erfordere die kolportierte Restfeuchte von maximal 1%, um nicht in den Gefahrgut-Transportbereich zu geraten, in den meisten Fällen zusätzliche Reinigungsmaßnahmen. „Mit Zentrifugen lässt sich eine Restfeuchte von 2 % in vielen Fällen realisieren. Bei eingesetzten Emulsionen erreichen wir sogar noch niedrigere Werte. Wird aber mit Öl gearbeitet, wird es schwer, weit unter eine Restfeuchte von 2% zu kommen“, beschreibt Wolfgang Steimel die derzeitige Situation. In diesem Fall sei dann das Waschen ein wichtiges Thema, das immer mehr in den Mittelpunkt rückt - gerade beim Einsatz von KSS in der Bearbeitung von Buntmetallen. Auch wenn es letztlich noch keine konkreten neuen gesetzlichen Anforderungen an den Restfeuchtegehalt gibt, so hat sich allerdings die Frage der Haftung schon jetzt verändert, weiß Wolfgang Steimel zu berichten. Verantwortlich sei nach heutigem Stand der Auftraggeber und nicht der Transporteur. Ein Umstand, der nach Einschätzung von Wolfgang Steimel noch nicht überall ins Bewusstsein gerückt ist.

Modifizierte Teilewaschanlage jetzt für Späne

Um diesem Trend gerecht zu werden, hat Steimel seine Teile-Waschanlagen modifiziert, um nach der KSS-Rückgewinnung über die Zentrifuge noch einen – vorwiegend alkalischen – Waschprozess im Anschluss installieren zu können. Die Steimel-Waschanlagen basieren auch auf der Zentrifugen-Technologie. Diese Zentrifugen arbeiten dann mit einer geringeren Drehzahl und lassen sich dabei schräg stellen. Dadurch lässt sich ein Umwälz-Effekt erzeugen, durch den sich die Späne gegenseitig aneinander reiben. Über zugesetzte Reinigungsflüssigkeit wird das Öl entfernt. Entsprechende Pumpentechnik und Behälter für Reinigungsmedien werden mitgeliefert. Das verwendete Waschwasser wird dann aus der Zentrifuge zurückgepumpt und aufbereitet – so entsteht ein Kreislauf-System.

Verschiedene Wege der Wasseraufbereitung

Die Aufbereitung des Wassers kann auf verschiedene Arten erfolgen. Das ist abhängig von den durch die Reinigung herausgeholten Stoffen und auch von der Sauberkeitsanforderung an das Waschwasser. Je nach Bedarf lässt sich das Wasser so aufbereiten, dass es entweder zum Ansetzen einer KSS-Emulsion geeignet ist oder direkt wieder für den Waschprozess verwendet werden kann. „Bei Stahlspänen kommt das System weniger zum Einsatz, aber etwa bei Buntmetallen und hochwertigen Werkstoffen steigt die Nachfrage nach solchen Systemen bundesweit“, berichtet Wolfgang Steimel. Mit herkömmlichen Teilereinigungsanlagen ließe sich ein Spänewasch-Prozess nicht realisieren, da diese zumeist für größere Teile ausgelegt seien. Anlagen, die für Kleinteile ausgelegt sind, könnten oft das geforderte Volumen nicht abdecken, da oft mehrere Kubikmeter pro Stunde durch so eine Anlage laufen müssen. „Wir sind mit unseren Anlagen in der Lage, große Mengen Späne vollautomatisch zu reinigen. Nach oben sind dem kaum Grenzen gesetzt, das hängt lediglich von der Größe der Anlage ab“, skizziert Wolfgang Steimel die möglichen Dimensionen. Das Waschen von Spänen ist nach seiner Auffassung ein Thema, mit dem sich früher oder später die meisten Zerspaner auseinandersetzen müssen – warum also nicht gleich auf der AMB.

cd

Unternehmen

Stark in Baden Württemberg

Warum Steimel und Ilg + Sulzberger sehr gut zusammen passen.

Späneaufbereiten

Warum ist Brikettieren wirtschaftlich oft sinnvoll?

Geringeres Gewicht, höhere Dichte und weniger Restfeuchte - hochwertige Brikettieranlagen verbessern die Ausbeute beim Aluminium-Recycling.

News

Alles dreht sich um die digitale Integration

Wenn Index vom 24. bis 27. April zum Open House nach Reichenbach einlädt, setzen moderne Drehmaschinen technologische Highlights und es öffnet sich die neue 'iXworld'.

Werkzeugmaschinen

1.000 virtuelle Maschinen

Index verkaufte Anfang 2018 die 1000ste Lizenz des Industrie 4.0-Produkts „Virtuelle Maschine“, die auf der Siemens Steuerungstechnologie basiert.