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Man sieht es den Vollhartmetallfräsern im Paternoster nicht an, ob ein Nachschlliff oder Originalanschliff vorliegt. Spätestens aber die Performance auf der Maschine verrät, ob nachhaltiges Toolmanagement wie hier bei Krones in Nittenau vorliegt. 

THEMA DER WOCHE 25/2021

Nachschliff oder Originalanschliff?

Nachschliff oder Originalanschliff? Welches Werkzeug dann besser performt, erklären die Experten des Großanlagenbauer Krones, Emuge-Franken und Linner.

Nachschliff oder Originalanschliff? Diese Frage hat der Getränke-Großanlagenbauer Krones einfach gelöst: Das größte Zerspanungswerk des Anlagenbauers in Nittenau kauft bei den großen Werkzeugherstellern ein, lässt aber das Gros seiner VHM-Werkzeuge bei Linner schleifen und erzielt so sehr gute Ergebnisse. Emuge-Franken-Experte Helmut Strobel erklärt, welche Vorteile die Werkzeughersteller bieten.

Nicht mit dem Originalanschliff, erst mit dem Nachschliff schafft Krones 100 %

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Foto: NCFertigung
Reinhard Weber: „Früher konnten wir meist nie mehr als 80 % der Standzeit vom Originalanschliff erreichen. Unsere Erwartungen erst voll erfüllen konnte Linner aus Wolnzach... die Werkzeuge bringen sofort 100 % Leistung.“

Reinhard Weber, Supply Chain Services MOP Tools Technology im Toolmanagement der Krones AG des Werks Nittenau, erklärt: „Wir im Werk Nittenau fertigen mit über 100 Werkzeugmaschinen einen Großteil an Zerspanungsteilen für sämtliche Anlagen die Krones baut – hauptsächlich in den Losgrößen 3 bis 5. Deshalb können wir uns keine Experimente leisten. Tatsächlich haben wir mit Werkzeugen aber schon viel probiert: Werkzeuge nachschleifen extern oder inhouse. Wir konnten aber meist nie mehr als 80 % der Standzeit vom Originalanschliff erreichen. Unsere Erwartungen erst voll erfüllen konnte Linner aus Wolnzach. Das hat von Anfang an gepasst. Die Werkzeuge bringen immer sofort 100 % Leistung auf sehr hohem Niveau. Das zeigt unser absolutes Standardwerkzeug, der 20er HPC-VHM-Fräser, den wir in zwei Varianten nutzen: Beim Besäumen in Edelstahl erreichen wir mit 4 mm Zustellung, fz 0,07 und 1.592 Umdrehungen zwischen vc 90 und 100  m/min. In vergütetem 42CrMo4 läuft der Fräser bei Schnitttiefen von 55 mm und 3 mm radialer Zustellung mit fz 0,1 und vc 150 m/min.“

Linner-Nachschärf-Standard – „weil Nachschleifen nicht gleich Nachschleifen ist“

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Ludwig Linner: „Viele Zerspaner akzeptieren Standzeitschwankungen der Werkzeuge von 60 bis 120 %. Solche Standzeitschwankungen haben wir mit belastbaren Prozessen und Digitalisierung absolut gut in den Griff bekommen.“

Ludwig-Peter Linner, Geschäftsführer der Linner Unternehmensgruppe in Wolnzach, erklärt seine Strategie, da es ja etwa 1.300 Werkzeugschärfbetriebe in Deutschland gibt. „Ergo: Nachschleifen ist nicht gleich nachschleifen und es gibt große qualitative Unterschiede. Viele Zerspaner akzeptieren beispielsweise Standzeitschwankungen der Werkzeuge von 60 bis 120 %. Da es eben kein Neuwerkzeug mehr ist. Solche Standzeitschwankungen haben wir mit belastbaren Prozessen und Digitalisierung absolut gut in den Griff bekommen! Ausgehend von der Werkzeuganalyse, über den Einsatz bestmöglich geeigneter Messmaschinen, bis zum Nachschleifen auf zeitgemäßen Schleifzentren. Dies gepaart mit transparentem Rückmeldewesen, Abrechnungen und proszessgesteuerter Einhaltung von Absprachen usw. Auf dieser Basis haben wir uns bei der Linner GmbH einen eigenen Standard erarbeitet. Alle unsere Schleifer arbeiten nach unserem Standard, der sämtliche Geometrien, Schleifscheiben und Bearbeitungsparameter vorgibt. Dass unsere Werkzeuge bestens funktionieren, belegen unsere Kunden – wie Krones in Nittenau.

„Große Hersteller haben das Know-how und die Kapazitäten“

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Helmut Strobel: „Kundenorientierte Werkzeuge sind für eine wirtschaftliche Produktion immer wichtiger. Dies kann am besten mit einem Werkzeughersteller erreicht werden.“

Welche Vorteile die Zusammenarbeit mit großen Werkzeugherstellern hat, erklärt indes Helmut Strobel, Produktmanager Bohrwerkzeuge bei Emuge-Franken in Lauf: „Klar, ein Schärfbetrieb hat natürlich den Standortvorteil und konzentriert sich ausschließlich auf seine regionalen Kunden und eben das Nachschärfen von Werkzeugen. Der große Pluspunkt in der Zusammenarbeit mit einem großen Original-Werkzeughersteller ist letztlich das Know-how. Der Werkzeughersteller hat die Kenntnis über die Werkzeuge, die er produziert. Vor allem von der Mikrogeometrie und dem Fertigungsverfahren. Das ermöglicht ihm die Werkzeuge so aufzuarbeiten, dass dem Kunden die gleiche Performance wieder zu Verfügung steht. Der Hersteller entwickelt mit seinen Kunden auch Werkzeuge für neue Produkte, Märkte und Materialien und stimmt die Performance ganz auf deren Bedürfnisse ab. Von diesem großen Erfahrungsschatz profitieren langfristig alle Kunden, da Werkzeuge für die Fertigungsprozesse mit immer mehr Leistung angeboten werden können. Diese kundenorientierten Werkzeuge sind für eine wirtschaftliche Produktion immer wichtiger. Dies kann am besten mit einem Werkzeughersteller erreicht werden.“

Toolmanagement XXL bei Krones in Nittenau

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Foto: Hommel

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Foto: c-Com/Mapal

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