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Mit der CNC-Schleifmaschine MX7 Ultra lassen sich Bestwerte bei Formgenauigkeit und Oberflächengüte sowie nahtlose Übergänge erzielen. 
Foto: Anca
Mit der CNC-Schleifmaschine MX7 Ultra lassen sich Bestwerte bei Formgenauigkeit und Oberflächengüte sowie nahtlose Übergänge erzielen. 

Thema der Woche 36/2022

Mit Nanometer-Auflösung auf neue Genauigkeitsstufe 

Die CNC-Schleifmaschine MX7 Ultra von Anca bietet eine Achsauflösung von 1 nm. Sie ermöglicht Formgenauigkeit von weniger als +/- 0,002 mm für jedes Profil.

Im Maschinenbau ist gern die Rede vom My, dem Tausendstel Millimeter, als Maßstab in der Präzisionsfertigung, der in etwa 50-mal kleiner ist als die Dicke des menschlichen Haars. Nimmt man davon wiederum ein Tausendstel, ist man beim Nanometer. In diese Dimension stößt Anca nach eigener Aussage mit der neuen CNC-Schleifmaschine MX7 Ultra vor, deren Steuerung nun eine Achsauflösung von 1 nm bietet. Im Zusammenspiel mit weiteren Neuerungen in Software und Konstruktion sowie integrierten Qualitätssicherungsfunktionen soll das neue Modell signifikante Optimierungen bei Oberflächengüte, Formtoleranzen und Rundlaufgenauigkeit erzielen. Das MX-Ultra-Paket umfasst verschiedene aufeinander abgestimmte Komponenten und Prozessverbesserungen. Das Zusammenwirken der Maßnahmen soll die erreichbare Präzision und Qualität ab dem ersten Teil dauerhaft in der Serienproduktion auch für komplexe Geometrien gewährleisten. Dieses Paket beinhaltet ein Steuerungssystem mit Nanometer-Auflösung, einen neuen Servo-Steuerungsalgorithmus für gleichmäßige Oberflächen, konstruktive Weiterentwicklungen für höhere Steifigkeit und Stabilität, das prozessbegleitende Messen, Auswuchten sowie die Rundlaufkompensation, eine Prozessunterstützung durch Anwendungsspezialisten und Motor Temperature Control (MTC) – eine Kompensation der Wärmausdehnung an der Schleifspindel.

Eigene Fertigungstiefe als Differenzierungsmerkmal

Bei der Entwicklung der Maschine war laut Angaben die besonders ausgeprägte vertikale Integration von Anca von Bedeutung. Die Entwicklung und Produktion findet vom Bett bis zur Umhausung intern statt. Dazu gehören neben allen Hauptkomponenten auch die Steuerungs- und Antriebssysteme sowie Design-, Simulations- und Monitoring-Software. Dies stellt für Anca ein Differenzierungsmerkmal dar und erlaubt den Ingenieuren und Konstrukteuren eine weitgehende ganzheitliche Herangehensweise. Pat Boland, Co-Gründer von Anca, betont die Bedeutung der Neuheit für die Anwender: „Die MX7 Ultra stellt einen Entwicklungsschritt im Maschinenbau für die Präzisionsbearbeitung dar und wird den Anwendern sicher spürbare Vorteile bringen. Ich bin sehr stolz auf das Entwicklerteam. Die Ingenieure haben in allen Bereichen der Konstruktion und Anwendungstechnik neue Lösungen gefunden, die sich in den herausragenden Testergebnissen gezeigt haben und auch unsere Kunden beeindrucken werden.“

Thomson Mathew, Anca-Produktmanager für die MX-Baureihe und Softwareprodukte, erklärt: „Die Ultra-Maschine ist wirklich bahnbrechend, für Anca und die Präzisionswerkzeugbranche. Sie ist das Ergebnis aus dem Zusammenspiel unserer Innovationskraft, unserer Expertise und den gesammelten Erfahrungen unserer Kunden. Wir wollten eine Technologie entwickeln, mit der sich hochwertige Zerspanungswerkzeuge herstellen lassen, die sowohl in Bezug auf die Genauigkeit als auch die Standzeit über dem derzeitigen Marktstandard liegen. Wir haben die Achsauflösung im Nanometerbereich eingeführt, die es bisher in unserem Markt nicht gab. Die praktischen Kundenvorteile ergeben sich maßgeblich aus unserer Fertigungstiefe, die es uns ermöglichte, die neuen Algorithmen für unsere Antriebe bis ins feinste Detail in ihrer Wirkung auf das Gesamtsystem abzustimmen.“

Präzisionswerkzeuge wie Kugelfräser, einfache und doppelte Eckradiusfräser sowie fassförmige Vollradiusfräser werden in vielen Industriezweigen eingesetzt, zum Beispiel im Werkzeug- und Formenbau, in der Luft- und Raumfahrt oder der Energieerzeugung. Die Qualität der Oberflächengüte, Form- und Rundlaufgenauigkeiten sind bei allen Anwendungen entscheidend für die Leistung und die Standzeit. „Unsere Kunden brauchen die Sicherheit, dass das erste gefertigte Werkzeug diese Spezifikationen genauso erreicht wie das hundertste oder tausendste. Die MX7 Ultra kann dies für höchste Ansprüche und verschiedenste Anwendungsanforderungen leisten“, so Mathew.

Nanometer-Auflösung sorgt für geschmeidige Bewegung der Achsen

Um die Steifigkeit der C-Achse zu erhöhen, kombiniert die MX7 Ultra Entwicklungen zur Nanometer- oder Mikrogradauflösung in der Linear- und Drehachse, Tuning-Parameter, verschiedene Systemverbesserungen und wesentliche mechanische Anpassungen. Durch die bessere Kontrolle und Abstimmung der Faktoren Verfahrgeschwindigkeit sowie Beschleunigung und Verzögerung ergibt sich eine bessere Ruckbegrenzung der Maschine, so der Hersteller. Die verbesserte Servo-Steuerung ermöglicht dank eines neuartigen Algorithmus und der Nanometer-Auflösung eine geschmeidige Bewegung der Achsen. Dadurch können feinere Übergänge erzeugt und Mikrospäne vermieden werden, was die Bearbeitungseffizienz und die Robustheit durch schnelle Reaktion auf interne oder externe Störungen erhöht. Ein weiterer Effekt ist den Angaben zufolge die Reduzierung der Zykluszeiten und Erhöhung der Produktivität durch die Auswirkung des neuen Algorithmus auf die Leistungsfähigkeit der Kinematik der Maschine. Das Servosystem ermöglicht Leistungsdaten, die ansonsten nur durch den Einsatz komplexer und teurer mechanischer Systeme darstellbar wären.

Die Anca-Software ist darauf ausgelegt, konsistente Qualität im Produktionsbetrieb zu gewährleisten. Dazu trägt auch die Laser-Ultra-Komponente als Teil des MX7-Ultra-Pakets durch In-Prozess-Messung und Kompensation bei, unter Berücksichtigung von Scheibenverschleiß und anderen externen Schwankungen beim Schleifen von Großserien. Dank des analogen Messverfahrens kann eine Linienformgenauigkeit von weniger als +/- 0,002 mm für jedes Profil eingehalten werden, einschließlich Kugel- und Eckradiusfräser, betont Anca.

Kompensation des axialen und radialen Rundlaufs

Die inkludierte i-Balance-Software trägt zur höheren Lebensdauer der Schleifscheiben und konstanter Werkzeugqualität bei. Sie unterstützt Anwender bei der Prozessoptimierung hinsichtlich Schleifposition und Drehzahl mittels Schwingungsüberwachung und prozessbegleitendem Auswuchten des Schleifscheibenpakets. Korrekt ausgewuchtete Schleifscheibenpakete führen zu einer besseren Oberflächengüte und einem geringeren Scheibenverschleiß durch den Wegfall der Scheibenvibrationen.

Ein weiterer Bestandteil des MX7-Ultra-Pakets ist die Messung und Kompensation des gesamten Werkzeugrundlaufs in der i-Grind-Software. Wenn sich ein Fräser dreht, ist es wichtig, dass jede Schneide genau an der gleichen Stelle des Werkstücks auftrifft, um die Lebensdauer des Werkzeugs zu verlängern und effizient zu zerspanen. Jedes Werkzeug in einer Serie kann gemessen und bezüglich des axialen und radialen Rundlaufs kompensiert werden, um sicherzustellen, dass die gesamte Serie innerhalb einer Toleranz von 0,002 mm liegt.

Für dauerhafte Maßgenauigkeit ab dem ersten Teil soll laut Herstelleraussage die Motor Temperature Control sorgen, die die Temperatur des Spindelmotors unabhängig von den Betriebsbedingungen durch Modulation des Motorbetriebswirkungsgrades aktiv steuert und aufrechterhält. Durch die Reduzierung thermischer Schwankungen der Schleifspindel erreichen die Maschinen schnell thermische Stabilität und damit eine verbesserte Teilekonsistenz.

Feinere Schneidkante hilft bei nachgelagerten Prozessen

Die glattere, feinere Schneidkante und Oberflächengüte, die sich aus der Kombination der genannten Faktoren einschließlich der Nanometerauflösung ergibt, hilft bei allen nachgelagerten Prozessen, der Schneidkantenpräparation und Beschichtung. Eine feinere Schneidkante, die ordnungsgemäß vorbereitet wurde, ist stabiler, was die Wahrscheinlichkeit von Ausbrüchen verringert und gleichzeitig die Oberflächenrauheit verringert, die zu einer erhöhten Reibung zwischen dem Werkzeug und dem Werkstück führen kann.

„Mit fast 50 Jahren Markterfahrung fühlen wir uns bei Anca verpflichtet, immer wieder zum Fortschritt der Branche und best practice im Produktionsalltag beizutragen. Daher gehören zum Ultra-Paket auch Schulungen durch erfahrene Anwendungstechniker, die dafür sorgen, dass die Maschine vom ersten Tag an optimale Ergebnisse liefert“, so Thomson abschließend.

rk