Die Mikron Gruppe entwickelt, produziert und vertreibt präzise, produktive und anpassungsfähige Automatisierungslösungen, Fertigungssysteme und Schneidwerkzeuge.
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Mikron verzeichnet deutlich gesteigerte Bestellungen

Wie erwartet verlief das 2. Halbjahr 2017 für Mikron viel besser als das erste. Dies zeigen die wichtigen Kennzahlen Bestellungseingang, Umsatz und EBIT.

Dass für die Mikron Gruppe das zweite Halbjahr 2017 erwartungsgemäß besser als das erste war, spiegelt sich in allen drei wichtigen Kennzahlen: Bestellungseingang, Umsatz und EBIT. Dass die Mitte des zurückliegenden Jahres formulierten Erwartungen dennoch nicht erfüllt werden konnten, ist auf den später als erhofft erfolgten Auftragseingang einiger grosser Kundenprojekte zurückzuführen.

Unbeständige Auslastung in 2017

Über das ganze Jahr gesehen, war der Bestellungseingang für Fertigungs- und Automatisierungssysteme von Mikron sehr volatil, was eine ungleiche Auslastung der Produktionskapazitäten zur Folge hatte.
Insgesamt erzielte die Gruppe einen Bestellungseingang von CHF 278,9 Mio. CHF (Vorjahr: 243,6 Mio., +15%), einen Jahresumsatz von CHF 248,5 Mio. (Vorjahr: CHF 256,0 Mio., -3%) und einen EBIT von CHF 2,8 Mio. (Vorjahr: 4,1 Mio., -32%).

Die 2016 lancierte Innovationsoffensive ist auf Kurs. Für 2018 erwartet die Gruppe ein Umsatzwachstum im Bereich von 10 bis 20% und in der Folge eine Verbesserung des EBIT.

Erhöhte Nachfrage in der 2. Jahreshälfte

2017 war das allgemeine Wirtschaftsumfeld insgesamt stabil, und in der zweiten Jahreshälfte belebte sich auch die Nachfrage für grössere Investitionsprojekte. Die hohe Auslastung der Produktionsanlagen von Mikron Kunden führte zu einer guten Nachfrage nach Werkzeugen und nach den verschiedenen Serviceleistungen von Mikron.
Viele Kunden bestellten Nachrüstungen für ihre bestehenden Anlagen, um im Sinne von Industrie 4.0 von den Vorteilen einer weiterentwickelten Digitalisierung profitieren und die Produktivität ihrer Maschinen erhöhen zu können.

Der später als erhofft erfolgte Auftragseingang einiger grosser Kundenprojekte führte aber dazu, dass Mikron die zuvor formulierten Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte.

Bestellungen um 15% gestiegen

Die Mikron Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2017 mit CHF 278,9 Mio. einen um 15% höheren Bestellungseingang als im Vorjahr.
Bis gegen Ende des dritten Quartals war der Bestellungseingang im Anlagengeschäft von Mikron Machining sehr volatil und allgemein zu tief. Vor allem im vierten Quartal konnte das Geschäftssegment vom guten wirtschaftlichen Umfeld profitieren und den tiefen Vorjahreswert beim Bestellungseingang noch insgesamt um 33% auf CHF 152,9 Mio. steigern.

Mikron Automation erreichte 2017 mit CHF 126,0 Mio. einen um 2% tieferen Bestellungseingang als 2016. Der Rückgang ist in erster Linie auf die Verschiebung von Kundenaufträgen ins neue Jahr zurückzuführen.

Umsatz und Auftragsbestand

Mit einem Jahresumsatz von CHF 248,5 Mio. vermochte die Mikron Gruppe das Vorjahresergebnis (CHF 256,0 Mio., -3%) nicht ganz zu erreichen.
Während Mikron Machining den Umsatz dank des guten Werkzeug- und Servicegeschäftes um 7% steigern konnte, sank dieser beim Geschäftssegment Automation um 11%. Nach einem sehr schwachen ersten Halbjahr erreichte Mikron Automation im zweiten Halbjahr einen Umsatz in der Höhe des entsprechenden Vorjahreswertes.

Mit CHF 157,2 Mio. war der Auftragsbestand der Gruppe Ende 2017 um 28% höher als Ende 2016.

Profitabilität

Mit einem EBIT von CHF 2,8 Mio. liegt die Mikron Gruppe 2017 hinter dem entsprechenden Vorjahresergebnis von CHF 4,1 Mio. zurück.

Das Geschäftssegment Machining hat die Profitabilität zwar verbessert, der EBIT ist mit CHF -1,6 Mio. (Vorjahr: CHF -5,2 Mio.) aber noch immer negativ. Dies ist in erster Linie auf das tiefe Umsatzniveau im Maschinengeschäft, insbesondere in der ersten Jahreshälfte, zurückzuführen.

Die Profitabilität wurde auch durch die Kosten für Innovationsprojekte belastet. Ohne diesen Innovationsaufwand hätte Mikron Machining eine positive EBIT-Marge erreicht. Nach dem guten Resultat im Jahr 2016 musste Mikron Automation beim EBIT einen deutlichen Rückgang hinnehmen: von CHF 7,5 Mio. auf CHF 3,1 Mio. im Geschäftsjahr 2017.

Unter Berücksichtigung des Umsatzrückgangs um 11%, erreichte das Geschäftssegment dennoch eine ordentliche EBIT-Marge von 2,5%.

Unternehmensergebnis

Im Berichtsjahr erzielte die Mikron Gruppe ein Unternehmensergebnis von CHF 1,2 Mio. (Vorjahr: CHF 2,3 Mio.) oder von CHF 0.07 pro Aktie (Vorjahr: CHF 0.14). Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung eine unveränderte Ausschüttung aus Kapitaleinlagereserve von CHF 0.05 pro Aktie beantragen.

Innovationsoffensive

Die 2016 lancierte Innovationsoffensive der Mikron Gruppe ist auf Kurs. 2017 hat Mikron insgesamt CHF 8,8 Mio. (Vorjahr: CHF 7,1 Mio.) in die Entwicklung oder Erweiterung von neuen Produkten und Produkteplattformen investiert. Dies entspricht 3,5% des Umsatzes.

Ausblick

Die Mikron Gruppe geht davon aus, dass sich die Marktbedingungen 2018 nicht grundlegend verändern werden. Die Kundenanlagen dürften weiterhin gut ausgelastet sein, was sich positiv auf das Service- und Werkzeuggeschäft auswirken wird.

Im US-amerikanischen Markt dürften sich dem Werkzeuggeschäft weiterhin gute Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Dies gilt auch für Mikron Automation, sobald die Unsicherheiten im Gesundheitssystem beseitigt sein werden.
Das Geschäftssegment sollte zudem vom Trend zur Selbstmedikation profitieren können und von der Tatsache, dass die Menschen immer älter werden. Mikron Machining eröffnen sich im Jahr 2018 mit der unverändert guten Auslastung der Automobilindustrie neue Marktchancen.

Angesichts des relativ hohen, wenn auch ungleich auf die verschieden Produktionsstandorte verteilten Auftragsbestands erwartet Mikron für das Jahr 2018 ein Umsatzwachstum im Bereich von 10 bis 20% und in der Folge eine Verbesserung des EBIT.

ep

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