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Foto: Zeiss
Mit dem Koordinatenmessgerät Zeiss Contura möchte Reim Werkzeugbau die erzielte Qualität nachweisbar machen und neue Bearbeitungstechnologien wie das Koordinatenschleifen von Innenbohrungen erschließen.

Messtechnik

Koordinatenmessgerät sorgt für belegbare Qualität

Mit dem Koordinatenmessgerät Zeiss Contura kann Reim Werkzeugbau die Qualität seiner Bauteile nachweisen. Zudem wurden Ausschuss und Lieferzeiten reduziert.

Für eine belegbare Qualität der gefertigten Bauteile sorgt bei der Karl Reim Werkzeugbau GmbH ein neues Koordinatenmessgerät. Bei dem in Kirchheim unter Teck ansässigen Unternehmen ging es eng zu. Werkbänke und Maschinen zur Metallbearbeitung nutzten den Raum optimal aus, Platzreserven gab es keine. „Jedes Mal, wenn wir eine neue Bearbeitungsmaschine angeschafft haben, mussten wir dafür eine alte ausmustern, um Platz zu schaffen“, sagt Stefan Reim, der mit seinem Bruder Andreas und Vater Dieter den Betrieb in dritter Generation führt. Der 2019 entstandene Firmenanbau erweiterte dann nicht nur die Produktionsfläche, sondern ermöglichte auch die Einrichtung eines Messraums. Darin steht eine Zeiss Contura der neusten Generation. „Wir haben den Raum eigens um die Messmaschine herumgebaut, inklusive Klimatisierung“, sagt Stefan Reim stolz.

Die Qualität jetzt schwarz auf weiß belegen 

Ein Koordinatenmessgerät ist für den kleinen Betrieb in Kirchheim unter Teck Neuland. Bisher nutzten die Geschäftsführer und die Mitarbeiter in der Fertigung herkömmliche Handmessgeräte. „Die Investition in das Gerät ist für uns ein riesiger technologischer Schritt“, sagt Andreas Reim, der Elektro- und Informationstechnik studierte. Einen unmittelbaren Druck von ihren Kunden haben die Unternehmer bisher nicht erfahren, denn die Qualität der Bauteile entsprach immer den Kundenvorstellungen und ist in der Branche bekannt. „Aber wir konnten es bisher nie belegen.“ Mit der Zeiss Contura ist das nun anders: Sie liefert schwarz auf weiß, wie groß die Maßabweichungen eines Werkstücks wirklich sind, und ob diese in der vorgegebenen Toleranz liegen. Diese sind bei einigen der Bauteile, die Reim als Einzelstücke oder Kleinserien herstellt sehr eng – etwa bei den Voreinstelladaptern, mit denen die Nutzer von Werkzeugmaschinen ihre Werkzeuge optisch vermessen. Die Rechtwinkligkeit muss dort auf wenige Winkelsekunden geprüft werden.

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Foto: Zeiss Stefan Reim mit einem Voreinstelladapter: „Die Rechtwinkligkeit muss hier auf wenige Winkelsekunden geprüft werden.“

Meistens lagen die Werkzeugmacher des Betriebs dank ihrer langjährigen Erfahrung goldrichtig, aber nicht immer. Die Zeiss-Messmaschine zeigt nun, dass es hin und wieder doch Abweichungen, etwa bei den Form- und Lagetoleranzen gibt, die beispielsweise von Ungenauigkeiten in der Werkstückspannung herrühren können. Die Messungen helfen, Abweichungen vom Sollwert zu verringern und die ohnehin sehr niedrige Ausschussquote weiter zu senken. Und weil die Qualitätsprüfung nun früh in den Herstellprozess integriert ist, verkürzt dies die Lieferzeiten um mehrere Tage.

Mit Koordinatenmessgerät das Bearbeitungsspektrum erweitern 

Die Geschäftsführer blicken optimistisch in die Zukunft, denn durch die Investition in das Koordinatenmessgerät können sie ihr Bearbeitungsspektrum erweitern und neue Kunden gewinnen. Dafür müssen in der Werkstatt keine neuen Maschinen untergebracht werden, denn schon die vorhandenen Bearbeitungsstationen können viel mehr, als ihnen bisher abverlangt wurde. Vor allem bei der Bearbeitungsgenauigkeit hatten die Maschinen seither ungenutzte Reserven, die die Mitarbeiter nun aber einsetzen können, da sie jetzt auch das dafür benötigte Koordinatenmessgerät im Haus haben.

Bisher musste Reim Werkzeugbau bestimmte Arbeiten an externe Betriebe vergeben, aber nicht, weil diese bei der Bearbeitung besser sind, sondern weil diese die notwendige Qualitätsprüfung übernommen haben. Mit Zeiss Contura ist das nun Vergangenheit. „Jetzt können wir diese Arbeiten zurückholen und selbst ausführen“, so Andreas Reim. Langfristig plane man auch, neue Bearbeitungstechnologien wie das Koordinatenschleifen von Innenbohrungen einzuführen. Mit der Messmaschine sind diese Verfahren, die bisher in weiter Ferne lagen, plötzlich greifbar nah.

Reim Werkzeugbau profitiert als Pilotanwender

Den Plan, ein Koordinatenmessgerät anzuschaffen, fassten die beiden Geschäftsführer vor zwei Jahren. Von einem ihrer Kunden erfuhren sie, dass Zeiss Pilotanwender für die jüngste Zeiss Contura suche, um im engen Austausch erste Erfahrungen mit der neu konstruierten Maschine zu sammeln und gemeinsam mit den Anwendern eine optimale Lösung zu entwickeln. Von der Zusammenarbeit profitieren beide Seiten: Andreas und Stefan Reim gaben nützliche Rückmeldungen zu dem Gerät an Zeiss, dafür profitierten sie im Gegenzug von einer besonderen Betreuung in den ersten Monaten nach Inbetriebnahme.

Die neue, fünfte Generation von Zeiss Contura ist wie geschaffen für Betriebe wie Reim Werkzeugbau. Die Messmaschine wurde von Grund auf neu konstruiert und ist dadurch so kompakt, dass sie rund 30 % weniger Stellfläche benötigt oder – für viele Kunden das wichtigere Argument – 30 % mehr Messvolumen bei gleicher Stellfläche und merklich verringerter Höhe. Rundherum findet der Anwender genügend Platz, um Bauteile bequem aufspannen zu können. Die Ergonomie ist nur eine der vielen Stärken. Der Kälteschutz vorne an der Granitplatte oder die Schiene, in der sich das Bedienpult beweglich einhängen lässt, sind nur scheinbar kleine Details – sie machen die Bedienung jedoch angenehmer und intuitiver.

Starschuss für die Digitalisierung

Die Geschäftsführer, die vorher noch nie ein Koordinatenmessgerät bedient hatten, erhielten eine dreitägige Einführung. Noch liegt das Bedienungshandbuch für das Gerät und die Software Zeiss Calypso griffbereit im Messraum. Benötigt wird es aber kaum noch. „Das Gerät bietet so viele Möglichkeiten – als Einsteiger ist das am Anfang sehr beeindruckend“, sagt Andreas Reim. Aber dank der Vor-Ort-Schulungen bekamen die beiden Neulinge die Bedienung schnell in den Griff.

Zeiss Contura ist so etwas wie ein Startschuss für die Digitalisierung des Betriebs. Da fast alle Kunden der Firma Reim mit Koordinatenmessgeräten von Zeiss arbeiten, liegt es nahe, künftig die Messprotokolle digital zu versenden, anstatt wie in der Vergangenheit in Papierform. Die Kunden können so auf die Qualitätsprüfung in ihrem Wareneingang verzichten, da Reim Werkzeugbau dies schon übernommen hat und durch das einheitliche, digitale Protokoll belegen kann. „Das Vertrauen in Zeiss ist einfach riesengroß“, sagt Stefan Reim. „Selbst wenn wir nicht Pilotkunde geworden wären, hätten wir uns für ein Zeiss-Gerät entschieden. Neben der hervorragenden Qualität der Produkte, ist unser Vertrauen auch durch den erstklassigen Service gewachsen, der uns geboten wurde.“

Bernd Müller/rk

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Foto: Zeiss Andreas Reim misst einen Voreinstelladapter auf der Zeiss Contura. 
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Foto: Zeiss Andreas (li.) und Stefan Reim bei der Auswertung einer Messung am PC. 
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