Fanuc bietet eine ganze Baureihe von kollaborativen Robotern an.
Foto: Rüdiger Kroh

Automatisierungstechnik

Intelligente Roboter können mehr als nur Bestücken

Das Bestücken von Werkzeugmaschinen ist ein wachsender Markt, in dem Fanuc mehr bieten will als nur den Roboter. Bildverarbeitung und Sensorik machen die Roboter intelligent.

Egal welche Werkzeugmaschinenmesse man in jüngster Vergangenheit auch besucht hat, das Thema Automatisierung begegnete einem bestimmt – und das sicher gleich an vielen Ständen. Ob nun einfache Handlingseinrichtungen, Palettenwechselsysteme oder mobile Roboter – automatisierte Lösungen liegen im Trend. Und dabei haben die Hersteller von Werkzeugmaschinen die Automatisierung vermehrt als eigenes Betätigungsfeld für sich entdeckt und bieten Komponenten und Systeme oder positionieren sich als Komplettanbieter. In der Automatisierung zuhause ist der welt-größte Roboterhersteller Fanuc. Ralf Winkelmann, Sprecher der Geschäftsführung der Fanuc Deutschland GmbH, urteilt: „Das flexible Be- und Entladen von Werkzeugmaschinen wird immer wichtiger und es gibt eine zunehmende Nachfrage. Vor allem in Deutschland ist dies ein wachsender Markt.“ Fanuc sei hier gut aufgestellt und konnte im vergangenen Jahr rund 10 % mehr Roboter für das Bestücken von Werkzeugmaschinen verkaufen. Abnehmer seien jeweils etwa zur Hälfte die Hersteller und Systemhäuser.

Dem Kunden einen Mehrwert bieten

„Das Be- und Entladen von Werkzeugmaschinen ist für den Roboter keine so anspruchsvolle Aufgabe“, sagt Winkelmann. „Daher machen wir mit Bildverarbeitungssystemen und Sensoren unsere Roboter intelligent, sodass sie weitere Aufgaben übernehmen können und dem Kunden einem Mehrwert bieten.“ Damit komme Fanuc dem Wunsch nach, alles aus einer Hand anzubieten, bleibe aber seiner Philosophie treu, nur Komponenten und keine Systeme zu liefern.

Zu den zusätzlichen Möglichkeiten zählen auch die kollaborierenden Roboter, bei Fanuc sofort an der grünen Farbe zu erkennen, die in unmittelbare Nähe mit dem Menschen zusammenarbeiten können. Sie werden nach Einschätzung des Geschäftsführers Standardroboter allerdings nicht ersetzen und sind gerade an Werkzeugmaschinen in den meisten Fällen gar nicht nötig. „Einen Hype nach den sogenannten Cobots sehen wir nicht. Bei langsamen Prozessen oder engen Platzverhältnissen können kollaborative Roboter aber durchaus sinnvoll sein. Und dann ist bei Fanuc die Einstiegshürde gering, weil die Cobots auf der bewährten Technik unserer gelben Roboter basieren.“

Den gesamten Produktionsprozess effizienter gestalten

Größer schätzt Winkelmann das Potenzial von mobilen Plattformen für den Einsatz an Werkzeugmaschinen ein. Diese Automated Guided Vehicles (AGV) seien ein weiteres Werkzeug für die Automatisierung und die Erwartungen lägen höher als bei kollaborierenden Robotern. „Für Europa ist es die Strategie von Fanuc, unsere Roboter auf den unterschiedlichen Plattformen zu integrieren und für alle Anbieter die passende Schnittstelle zu schaffen. Wir werden kein eigenes AGV anbieten, sondern wollen flexibel bleiben und setzen bei Bedarf auf Kooperationen.“ Anders sehe das Konzept in Japan aus. Dort bringe man eine eigene mobile Plattform auf den Markt, die im vergangenen November auf der Jimtof in Tokio erstmals präsentiert wurde.

Offene Plattform zum Verknüpfen aller Geräte

Die Antwort von Fanuc auf Industrial IoT ist das selbst entwickelte intelligente Field-System (Fanuc Intelligent Edge Link & Drive System). Dabei handelt es sich um eine offene Plattform mit dem Ziel, alle Geräte innerhalb der Produktion – beispielsweise Maschinen, Roboter, CNC Steuerungen und Sensoren – miteinander zu verknüpfen. Die Software kann auch mit übergeordneten Systemen wie ERP, SCM oder MES verbunden werden. Weil sie auf ein immenses Datenvolumen zugreifen und Auswertungen liefern kann, ermöglicht das Field-System, bessere Schlussfolgerungen aus diesen Datenströmen zu ziehen. „Wir wollen mit unseren IoT-Lösungen den Werkzeugmaschinenanwendern helfen, Roboter schneller in die CNC-Welt zu integrieren“, betont Winkelmann. „Letztlich geht es darum, Ausfälle zu vermeiden und den gesamten Produktionsprozess effizienter zu gestalten.“

rk

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