Zur Hausmesse von GLM und Inex kamen rund 450 Besucher nach Höchstadt.
Foto: GLM

Werkzeugmaschinen

GLM erweitert 3D-Druck-Aktivitäten

Die Besucher der Hausmesse von GLM konnten nicht nur Doosan-Maschinen in Aktion erleben. Im Fokus standen auch die von 3D-Metalldrucksysteme von Insstek.

von Rüdiger Kroh

Es geht weiter voran mit den 3D-Druck-Aktivitäten bei GLM. „Wir haben jetzt acht Mitarbeiter, die sich mit dem Thema beschäftigen und werden unsere Niederlassung in Höchstadt zur Zentrale für den 3D-Metalldruck ausbauen“, erklärt Dieter Neschen, geschäftsführender Gesellschafter der GLM-Service u. Vertrieb GmbH & Co. KG. Seit Oktober 2016 ist GLM Vertriebspartner der koreanischen Insstek Inc., einem Hersteller von 3D-Metalldrucksystemen, die nach der laserunterstützten DMT-Technologie (Direct Metal Tooling) arbeiten. Die erste Anlage in Deutschland, eine MX 600 in 5-Achs-Ausführung, läuft seit Ende 2017 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). „Mit der Maschine, die über vier Pulverbehälter und sogenannte Glovebox-Schleusen verfügt, wird unter kompletter Argon-Atmosphäre Grundlagenforschung betrieben“, informiert Neschen. „Für uns ist dies eine fruchtbare Zusammenarbeit.“

Zwei 3D-Drucker für Kundenversuche

Im nächsten Schritt sollen in Höchstadt Kundenversuche möglich sein. Dafür stehen die beiden 3D-Drucker MX 400 und MX Mini zur Verfügung, die auch auf der Hausmesse zu sehen waren. Es müssen nur noch die logistischen Voraussetzungen geschaffen werden, beispielweise mit einem Lager für die Pulver. In der zweiten Jahreshälfte soll das Thema nach Einschätzung von Neschen dann Fahrt aufnehmen und noch die eine oder andere Maschine ausgeliefert werden. „Dabei ist es unser Anspruch, ein umfassender Partner rund um die 3D-Drucker für die Kunden zu sein. Dazu gehört auch die Beratung zum Prozess mit Machbarkeitsstudien oder zur Pulveraufbereitung und -absaugung. Wir werden in einem abgetrennten Bereich den 3D-Druck zudem auch als Dienstleistung anbieten.“

Prozessüberwachung mit einer Regelung der Laserleistung

An Interessenten mangelt es nicht, die vor allem aus der Luftfahrtindustrie, dem Werkzeug- und Formenbau, der Medizintechnik oder der Armaturenindustrie kommen. „Wir haben bereits viele Gespräche geführt und festgestellt, dass die Unternehmen in den 3D-Druck investieren wollen“, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter. Er schätzt, dass etwa 40 bis 50 % der Anwendungen im Reparaturbereich und im Verschleißschutz liegen werden.

Die Vorteile des laseruntertützten direkten Metallauftrags im Vergleich zum Pulverbettverfahren nennt Jörn Köhler, zuständig für den Vertrieb der 3D-Drucker: „Das Alleinstellungsmerkmal ist die Prozessüberwachung mit einer Regelung der Laserleistung, die dafür sorgt, dass ein homogenes Gefüge mit einer Dichte von nahezu 100 % entsteht. Zudem ermöglichen die fünf Achsen der Insstek-3D-Drucker, das Bauteil gezielt und automatisch in Position zu schwenken. Mit den vier Pulverbehältern kann von Schicht zu Schicht zwischen verschiedenen Materialien gewechselt oder die Werkstoffe gemischt werden.“

Guter Auftragseingang beschert Umsatzwachstum

Das Hauptgeschäft von GLM sind nach wie vor die Doosan-Maschinen. Hier ist man einer von fünf Vertriebspartnern in Deutschland und hat 2017 über 120 Anlagen verkauft. „Im vergangenen Jahr haben wir einen Umsatz von 21 Mio. Euro erzielt und aufgrund des sehr guten Auftragseingangs rechnen wir für 2018 mit einem leichten Zuwachs auf 22 bis 25 Mio. Euro“, so Neschen. Doosan habe 2017 weltweit rund 14.000 Werkzeugmaschinen verkauft und als Ziel für das laufende Jahr eine Stückzahl von 15.000 ausgegeben. Allein in Europa setze das koreanische Unternehmen jährlich etwa 3.500 Maschinen ab. „Doosan Machine Tools hat sich seit dem Einstieg des Investors MBK Partners im April 2016 strategisch nach vorne entwickelt und als nächstes ist der Börsengang geplant“, hat der GLM-Chef die neuesten Informationen von der Messe Simtos aus Südkorea mitgebracht.

GLM realisiert immer mehr Automatisierungslösungen

Ein immer wichtigeres Betätigungsfeld für GLM – das zeigte sich auch auf der Hausmesse – ist die Automatisierung von Werkzeugmaschinen. Dazu Neschen: „Wir entwickeln uns zusehends in Richtung Systemhaus und realisieren immer mehr Automatisierungslösungen selbst“. Inzwischen beschäftigen sich zehn Mitarbeiter mit dem automatischen Be- und Entladen samt Qualitätskontrolle und das auch für Maschinen anderer Hersteller. „Im vergangenen Jahr haben wir über 80 automatisierte Anlagen verkauft und der Trend geht vor allem in Richtung einfach zu bedienende Lösungen, die sich auch für kleinere Unternehmen eignen.“

Dabei spielen kleine 6-Achs-Roboter eine wichtige Rolle und in Zukunft könnten auch kollaborative Roboter an Bedeutung gewinnen. Auf der Robotworld 2017 in Korea hat Doosan Robotics erstmals einen kollaborierenden Roboter vorgestellt und es gab bereits Gespräche mit GLM, wie diese in Europa vermarktet werden können. „Es wird sicherlich nicht jede Werkzeugmaschine mit einem kollaborativen Roboter ausgestattet werden, aber es gibt vielfältige Anwendungsmöglichkeiten und Potenzial“, urteilt Neschen.

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