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FPS-Geschäftsführer Anton Gruber sieht die Anwendungsgebiete der neuen Fräszentren sowohl in der Ausbildung als auch in der Fertigung. 
Foto: Rüdiger Kroh
FPS-Geschäftsführer Anton Gruber sieht die Anwendungsgebiete der neuen Fräszentren sowohl in der Ausbildung als auch in der Fertigung. 

THEMA DER WOCHE 47/2021

Fräszentren für Ausbildung und Fertigung

Mit den Fräszentren der Dualmaster-Baureihe sorgt FPS für mehr Arbeitsraum sowie Genauigkeit und will neben der Ausbildung auch die Fertigung ansprechen.

Auf zwei Standbeinen basiert das Geschäft der FPS Werkzeugmaschinen GmbH: Zum einen entwickelt und produziert das Unternehmen aus Warngau manuelle sowie CNC-gesteuerte Universal-Fräszentren und Bohrmaschinen für Ausbildung und Fertigung, zum anderen bietet man umfangreiche Retrofit-Dienstleistungen für Deckel- und DMG-Maschinen an. Und mit diesem zweigleisigen Konzept ist das 1994 gegründete Unternehmen sehr erfolgreich. „Wir sind groß geworden mit Generalüberholungen von Deckel-Maschinen“, blickt Geschäftsführer Anton Gruber zurück. „Als dann von Kundenseite der Wunsch an uns herangetragen wurde, auch eigene Maschinen zu bauen, sind wir schnell gewachsen.“ Das zeigt sich auch an den Mitarbeiterzahlen: Im Jahr 2010 wurden die ersten Neumaschinen produziert und aus den damals rund 65 Mitarbeitern sind bis heute 190 geworden. Das Geschäft verteilt sich dabei je zur Hälfte auf Neumaschinen und Retrofit. „Heute produzieren wir rund 390 Neumaschinen pro Jahr und führen etwa 140 Retrofits durch“, sagt Gruber. Eine Generalüberholung dauert circa sechs Wochen und FPS gibt darauf eine Gewährleistung von zwölf Monaten.

Duales Führungssystem als Namensgeber

Die gestiegenen Anforderungen der Kunden haben dann auch zur Entwicklung der neuen Dualmaster-Baureihe geführt. Der Geschäftsführer erklärt: „Wir stehen permanent im Dialog mit unseren Kunden und anderen Interessenten. Deren Anregungen nehmen wir auf, bringen sie mit eigenen Ideen zusammen und schaffen es so, neue technische Lösungen zu erarbeiten. So sind die Dualmaster-Fräsmaschinen jetzt komplett geschlossen, können auch von oben beladen werden und bieten durch große Kugelrollspindeln eine hohe Steifigkeit.“

Vorgestellt wurden die neuen Maschinen erstmals auf der Hausmesse von FPS in Warngau, zu der an drei Tagen rund 300 Besucher kamen. Auf den Markt kommen die FPS 425 Dualmaster und die FPS 630 Dualmaster dann im Januar 2022. Der Name Dualmaster resultiert aus dem dualen Führungssystem mit Linearrollenführungen in der X- und Z-Achse. Die Y-Achse hat eine Schwalbenschwanzführung mit doppelter Auflagefläche.

Fräszentren haben vergrößerten Arbeitsbereich

Eine weitere Verbesserung der dreiachsigen Universalfräsmaschinen liegt im größeren Arbeitsbereich. So wurde der Verfahrweg der Y-Achse von bisher 350 auf 450 mm verlängert. In X-Richtung legten die Verfahrwege bei der FPS 425 um 5 mm und bei der FPS 630 um 10 mm zu und betragen jetzt 425 und 630 mm. Die Z-Achse hat weiterhin einen Verfahrweg von 400 mm. In Kombination mit den neuen Antriebsgenerationen von Siemens oder Heidenhain erreichen die Dualmaster-Maschinen laut Angaben somit in allen Linearachsen Eilganggeschwindigkeiten von 10 m/min, was dem Doppelten der bisherigen Werte entspricht.

Mit absoluten Wegmesssystemen ausgestattet, steige gleichzeitig die Genauigkeit der Bewegungsführung in den linearen Achsen. Entsprechend lassen sich Kreisformtests zuverlässig mit einer Genauigkeit von unter 1/100 mm fahren. Erhöht wurde auch die Spindelleistung. Waren bei den Vorgängermodellen maximal 7 kW möglich, können die Dualmaster-Maschinen mit bis zu 16,3 kW starken Spindeln ausgestattet werden.

Für Ausbildung und Fertigung

Die neu konstruierten Kabinen der Maschinen lassen sich komplett schließen. So treten auch beim Fräsen mit Kühlschmiermittel keine gasförmigen Emissionen aus, was insbesondere das Arbeiten in kleineren Räumen angenehmer macht, betont FPS. Soll manuell mit mechanischen oder elektrischen Handrädern gefräst werden, ist es aber weiterhin möglich, die Umhausung weit zu öffnen, sodass der Maschinenbediener freie Sicht auf das Werkstück hat. In punkto Steuerungen bleibt der Warngauer Maschinenbauer seinen bisherigen Lieferanten treu und setzt auch in der Dualmaster-Baureihe auf die CNC von Siemens oder Heidenhain, also wahlweise mit Sinumerik One oder TNC 620 FS.

Waren die FPS-Fräsmaschinen bislang vor allem in Ausbildungsbetrieben, Hoch- und Berufsschulen sowie bei Prototypenbauern vertreten, sollen mit der neuen Baureihe weitere Märkte erschlossen werden. „Mit der Dualmaster-Baureihe wollen wir stärker als bisher in der Fertigung Fuß fassen und zum Beispiel auch den Werkzeugbau ansprechen“, konstatiert Geschäftsführer Gruber.

Die neue Umhausung der Dualmaster-Baureihe lässt sich, wie hier an der FPS 630M-NC, weit öffnen.  
Die neue Umhausung der Dualmaster-Baureihe lässt sich, wie hier an der FPS 630M-NC, weit öffnen.  
Die neuen, dreiachsigen Universalfräsmaschinen der Dualmaster-Baureihe von FPS sind in punkto Standfläche nahezu gleichgeblieben. Der Arbeitsbereich hat sich dank längerer Achs-Verfahrwege vergrößert. 
Die neuen, dreiachsigen Universalfräsmaschinen der Dualmaster-Baureihe von FPS sind in punkto Standfläche nahezu gleichgeblieben. Der Arbeitsbereich hat sich dank längerer Achs-Verfahrwege vergrößert. 
Das zweite Standbein von FPS ist Retrofit von Deckel-Maschinen. 
Das zweite Standbein von FPS ist Retrofit von Deckel-Maschinen. 
Die Kunst des Schabens wird bei FPS noch gepflegt und kommt beim Retrofit, aber auch bei den Neumaschinen zum Einsatz. 
Die Kunst des Schabens wird bei FPS noch gepflegt und kommt beim Retrofit, aber auch bei den Neumaschinen zum Einsatz. 
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