„In Innovationen und insbesondere Digitalisierung zu investieren ist der einzige Weg aus der Krise", sagt Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender der DMG Mori AG.
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DMG Mori trotz rückläufiger Nachfrage mit schwarzen Zahlen

DMG Mori verzeichnet im ersten Halbjahr 2020 eine stark rückläufige Werkzeugmaschinennachfrage. Der Auftragseingang sank um 44 %, der Umsatz um 34 %.

Im ersten Halbjahr 2020 lagen bei DMG Mori Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis deutlich unter den hohen Vorjahreswerten. Der Auftragseingang erreichte 784 Mio. EUR im Vergleich zu 1.412,3 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz betrug 838 Mio. EUR (Vorjahr: 1.276,4 Mio. EUR). Die Ertragslage war laut Konzern trotz erschwerter Markt- und Rahmenbedingungen positiv: Das EBIT lag bei 33,2 Mio. EUR (Vorjahr: 103,4 Mio. EUR). Die EBIT-Marge erreichte 4 % (Vorjahr: 8,1 %).

Zukunftsfelder weiter ausbauen

Vorstandsvorsitzender Christian Thönes erklärt: „Durch die Corona-Krise beschleunigen unsere Kunden den Wandel zur digitalen Fabrik. Das bestärkt uns in dem weiteren Ausbau unserer Zukunftsfelder Automatisierung, Digitalisierung und Additive Manufacturing. In Innovationen und insbesondere Digitalisierung zu investieren ist der einzige Weg aus der Krise. Die wirtschaftliche Lage ist und bleibt herausfordernd. Doch wir sind gut aufgestellt und werden weiter schwarze Zahlen schreiben.“

Nachfrage bricht ein

Die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen verlief insbesondere aufgrund der Corona-Pandemie signifikant rückläufig. DMG Mori verzeichnete laut Angaben im zweiten Quartal 2020 unter weltweit massiv erschwerten Markt- und Rahmenbedingungen einen Auftragseingang von 343,8 Mio. EUR (-51 %, Vorjahr: 704 Mio. EUR). Der Vorjahreswert umfasst noch Bestellungen aus dem Bereich Energy Solutions, der im Juli 2019 veräußert wurde. Der bereinigte, vergleichbare Auftragseingang 2019 betrug 595,1 Mio. EUR. Somit verringerte sich der Auftragseingang im Kerngeschäft mit Werkzeugmaschinen und Services im zweiten Quartal 2020 um 42 %. Im ersten Halbjahr betrug der Rückgang im Auftragseingang 44 %, bereinigt um die Energy Solutions noch 39 %. Die Aufträge aus dem Inland lagen bei 220,5 Mio. EUR (Vorjahr: 402,9 Mio. EUR), die Auslandsbestellungen bei 563,5 Mio. EUR (Vorjahr: 1.009,4 Mio. EUR).

Umsatz deutlich unter Vorjahr

Auch die Umsatzentwicklung wurde durch die Corona-Krise und die temporäre Teil-Betriebsruhe in den EURpäischen Produktionswerken im April beeinflusst. Der Umsatz lag im zweiten Quartal mit 380 Mio. EUR deutlich unter dem hohen Vorjahreswert (-41 %; 647,2 Mio. EUR). Im ersten Halbjahr ging der Umsatz um 34 % zurück. Die Inlandsumsätze lagen bei 270 Mio. EUR (Vorjahr: 388,9 Mio. EUR). Die Auslandsumsätze beliefen sich auf 568 Mio. EUR (Vorjahr: 887,5 Mio. EUR).

Ertragslage bleibt positiv

Die Ertragslage war trotz erschwerter Rahmenbedingungen sowohl im zweiten Quartal als auch zum Halbjahr positiv: Im zweiten Quartal erreichte das EBITDA 24,8 Mio. € (Vorjahr: 69,7 Mio. EUR). Das EBIT betrug 7,9 Mio. EUR (Vorjahr: 53 Mio. EUR). Zum Halbjahr erreichte das EBITDA 68 Mio. EUR (Vorjahr: 143 Mio. EUR). Das EBIT betrug 33,2 Mio. EUR (Vorjahr: 103,4 Mio. EUR). Die EBIT-Marge lag bei 4,0 % (Vorjahr: 8,1 %).

Zehn Weltpremieren geplant

Die Zukunftsfelder Automatisierung, Digitalisierung, Additive Manufacturing, DMG Mori Qualified Products (DMQP) sowie Nachhaltigkeit und Technologie-Exzellenz will der Konzern vorantreiben und sich so weiter zu einem ganzheitlichen Lösungsanbieter im Fertigungsumfeld entwickeln. Automatisierungs- und Digitalisierungslösungen hätten – bedingt durch die Corona-Pandemie – nochmals an Bedeutung gewonnen. Im Geschäftsjahr 2020 sind daher 35 Innovationen geplant – davon zehn Weltpremieren, drei Automationslösungen, 20 digitale Innovationen sowie zwei neue DMG Mori Components.

Werkzeugmaschinenverbrauch sinkt weltweit

Die Weltwirtschaft und der weltweite Markt für Werkzeugmaschinen befinden sich infolge der globalen Ausbreitung des Corona-Virus in einer Rezession. Der weltweite Markt für Werkzeugmaschinen soll 2020 stark rückläufig sein. Der VDW und das britische Wirtschaftsforschungsinstitut Oxford Economics gehen in ihrer April-Prognose davon aus, dass der Weltverbrauch um 28,3 % auf 52,3 Mrd. EUR deutlich sinken wird (Oktober-Prognose: -0,6 %; 71,7 Mrd. EUR).

Folgen der Corona-Pandemie nicht absehbar

Dauer und negative Folgen der Corona-Pandemie sind derzeit weder für die Gesamtwirtschaft noch für die Werkzeugmaschinenindustrie in vollem Umfang absehbar. DMG Mori rechnet aufgrund der völlig veränderten weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2020 mit hohen Einbußen bei Auftragseingang, Umsatz, Ergebnis und Free Cashflow. Das Ergebnis werde dennoch positiv bleiben. Aus heutiger Sicht plane man trotz der anhaltenden Rezession für das Gesamtjahr einen Auftragseingang von rund 1,6 Mrd. EUR und einen Umsatz von rund 1,65 Mrd. EUR. Das EBIT soll rund 60 Mio. EUR betragen. Die Prognose 2020 setzt voraus, dass es im weiteren Geschäftsverlauf zu keinem zweiten Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie kommt.

rk