Auf der Gründungsveranstaltung in Berlin stellte das Unternehmen sich vor. Mehr als 100 Gäste aus der DACH-Region deckten alle Bereiche der Fertigungsindustrie ab.
Foto: Kristina Maria Rainer / 3D Hubs

Unternehmen

Diese Web-Fertigungsplattform will Innovationen fördern

Online-Fertigungsplattform 3D Hubs bietet unlimitierte Produktionskapazitäten in globalem Netzwerk. Gelingt die Beschleunigung von Innovationen?

3D Hubs, die digitale Fertigungsplattform, gab am 22. Januar die Markteinführung in Deutschland bekannt und eröffnet einen weiteren Standort in Berlin. Nach abgeschlossener Series C von weiteren 18 Millionen Euro im Sommer 2019, unter anderem durch Investor Tony Fadell, dem Erfinder des iPods, Miterfinder des iPhones und Gründer von Nest, ist die Fokussierung auf das DACH Gebiet der nächste Schritt der europäischen Expansion des Unternehmens. Schlüsselmärkte mit eigenen Niederlassungen sind neben dem DACH Gebiet (Berlin) noch Frankreich (Paris), die USA (Chicago) und Benelux (Amsterdam, Headquarter). 3D Hubs gilt als eines der schnellst wachsenden und innovativsten, niederländischen Unternehmen (Deloitte, 2019) und arbeitet bereits mit mehr als 35.000 Unternehmen weltweit an der Herstellung ihrer Teile, darunter 27% der Fortune 500.

Die Situation in Deutschland

Deutschland - Europas stärkste Industrienation mit einer Industrieproduktion von mehr als 2 Billionen Euro (destatis, 2017) - hat einen erneuten Rückgang der Gesamtproduktion erlebt. Das Land kann mit dem Aufkommen des Internet of Things (IoT) und dem globalen Trend der Digitalisierung im Maschinenbau nicht Schritt halten. Tatsächlich stehen traditionelle Fertigungsmethoden heute stets mehr unter Druck und die Bedenken in Bezug auf Preisgestaltung, Effizienz und Skalierbarkeit wachsen. Industrie 4.0 und IoT bringen ganzheitlich andere Anforderungen und Möglichkeiten mit sich. Vor allem bezüglich Geschwindigkeit, Materialien und Flexibilität.

Diskrepanz ist groß

Wobei viele deutsche Unternehmen Investition angekündigt haben um auch in dieser Wende international führend zu sein, ist die Diskrepanz zwischen Planung und Umsetzung in Deutschland insgesamt noch groß. Derzeit ist nur ein kleiner Prozentsatz der deutschen produzierenden Unternehmen in puncto Fertigung durchgehend digital vernetzt. Auch im internationalen Vergleich betrachtet, belegt Deutschland bei der Fertigung mithilfe digitaler Technologien mit 44,3 Prozent nur den 17. Platz (industr.com, 2019).

Haben die Berater Recht?

Digitalexperten der Beratungsfirma McKinsey bezeichnen die deutsche Industrielandschaft zudem als “festgefahren und unfähig, sich zu verändern” (Haz, 2019). Ein hohes Investment, aber auch der fehlende Ideenreichtum und Mut, um neue Ertragsmodelle zu kreieren, bleiben nach wie vor einer der größten Herausforderungen für deutsche Unternehmen. Langfristig gesehen, könnte Deutschland bei neuen Technologien somit leicht den internationalen Anschluss verlieren, was die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fertigungsindustrie gefährden könnte.

Praktisch unbegrenzte Fertigungskapazität

Durch die Expansion in den DACH Markt unterstützt 3D Hubs lokale produzierende Unternehmen jeder Art und Größe, in dem es die Vorteile digitaler Fertigungstechnologien für sie zugänglich macht. Dies inkludiert eine sofortige Online-Angebotserstellung, deutlich verkürzte Durchlaufzeiten und eine praktisch unbegrenzte Fertigungskapazität - ohne kostspielige Investitionen in lokale Infrastruktur. Die Zukunft der Fertigung liegt im “Distributed Manufacturing”, welches Ingenieuren ermöglicht, Produkte mithilfe neuester Technologien und einem globalen Netzwerk an Fertigungspartnern schneller und effizienter zu entwickeln. Unternehmen wie Audi, ABB, die NASA oder German Orbital nutzen bereits den Fertigungsprozess von 3D Hubs für Prototypen und ganze Serien.

Wie werden stabile und funktionale Metallteile additiv gefertigt? 3D Hubs erklärt. Video: 3D Hubs.

Eine Fertigungsplattform für lokale Unternehmen

“Der Eintritt in den deutschen Markt stärkt unsere Position als führende Kraft der digitalen Fertigung in Europa weiter. Mit einem erfahrenen DACH-Team vor Ort, freuen wir uns, lokalen Unternehmen eine Plattform zu bieten, die ihnen hilft, mit den größten Akteuren der Branche zu konkurrieren", erläutert Bram de Zwart, Gründer und Geschäftsführer von 3D Hubs.

1,5 Millionen Teile für deutsche Unternehmen

Das offizielle 3D Hubs DACH Launch Event im MotionLab Berlin, an dem mehr als 100 Gästen aus allen Blickwinkeln der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Fertigungsindustrie teilnahmen, markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein des Unternehmens. Mit einem breit aufgestellten, ambitionierten deutschen Team, geleitet von Vertriebsleiter DACH Manfred Ostermeier und Marketingmanager DACH Thomas Mann, plant das Unternehmen bis Ende 2020 mindestens 1,5 Millionen Teile über die Fertigungsplattform für deutsche Unternehmen zu produzieren.

cd

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