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Foto: Heller
Die Hauptzeiten wurden durch höhere Schnittwerte und neue Werkzeuge (Geometrien, Beschichtungen) messbar reduziert.

Thema der Woche 30/2021

Die Bauteilkapazität um 60 % erhöht

Mit den beiden 4-Achs-Bearbeitungszentren H 2000 und H 5000 von Heller ist Stadler Anlagenbau in der Lage, 60 % mehr Bauteile zu fertigen.

Am Ende des Projekts stand eine um 60 % erhöhte Bauteilkapazität. Doch dazu später mehr. Betagte Werkzeugmaschinen gehören nicht unbedingt zum alten Eisen. Wenn auf einem Bearbeitungszentrum aber 20 Jahre gefertigt wurde, ist es schon allein aus Wirtschaftlichkeitsgründen an der Zeit, sich neu zu orientieren. Deshalb hatte man sich bei der Stadler Anlagenbau GmbH in Altshausen 2019 entschlossen, mit der Investition in zwei neue Bearbeitungszentren die teilweise outgesourcte Fertigung wieder ins eigene Haus zu holen. Nach einem intensiven Benchmark entschied man sich für die horizontalen 4-Achs-Bearbeitungszentren H 2000 und H 5000 von Heller.

Die Stückzeiten konnten reduziert werden

Ein Jahr nach der Inbetriebnahme sehen sich die Verantwortlichen in ihrer Entscheidung mehr als bestätigt, denn die Bearbeitungszentren erfüllen alle Anforderungen wie Stabilität, Leistung und Zuverlässigkeit. Mit der H 5000 inklusive einem 10-fach Palettenspeicher von Fastems werden Bauteile mit überwiegend großen Bohrungen und entsprechender Leistung (Power Cutting HSK-A-100-Getriebeeinheit mit 8.000 min-1, 43 kW und 822 Nm) bearbeitet. Die H 2000 dagegen setzt man mit einem Standard-Palettenwechsler und einer direkt angetriebenen HSK-A-63-Spindel (10.000 min-1, 38 kW, 242 Nm) ein. Zudem, so Roland Fiesel, Meister mechanische Fertigung, bringen die Bearbeitungszentren Stückzeitenreduzierungen, die man so ursprünglich nicht geplant hatte: „Wir haben uns bewusst wegen der möglichen Mehrfachspannung und dem optimalen Spänefall für die horizontale Bearbeitung entschieden. Eine Stückzeitberechnung war allerdings nicht Bestandteil unserer Anforderung. Umso erfreulicher ist es, dass wir beispielsweise bei einem Bauteil mit zahlreichen Bohrungen, die ausgespindelt werden, die Stückzeiten halbieren konnten. Wesentlichen Anteil daran hat das Werkzeughandling. Bei der H 5000 ist das eine Span-zu-Span-Zeit von nur noch 4 s. Wir sprechen hier über Wendeplattenbohrer zwischen 50 und 55 mm Durchmesser. Und natürlich trägt auch die Automatisierung dazu bei, denn wir gehen jetzt mit acht Werkstücken in Mehrfachspannung auf die Maschine. Die Stückzeitenreduzierung resultiert allerdings auch aus den Hauptzeiten, denn wir sind mit neuen Strategien und Schnittwerten deutlich schneller.“ Für diesen Quantensprung in der Stückzeitenreduzierung wurde in Altshausen in neue Vorrichtungen und neue Werkzeuge investiert.

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Foto: Heller Für das Bearbeitungszentrum H 5000 mit Getriebespindel hat sich Stadler aufgrund der Stabilität und des hohen Drehmoments entschieden.

Um 60 % erhöhte Bauteilkapazität 

In der Summe ist man so mit den beiden Heller-Bearbeitungszentren aktuell in der Lage, 60 % mehr Bauteile zu fertigen. Selbst wenn man das mit den vorherigen Maschinen nicht vergleichen kann. Fakt ist, dass man beim Unternehmen Stadler damit enorme Ressourcen schaffen und die Wertschöpfung der Fremdvergabe wieder ins eigene Haus holen konnte. Punkte, die für Bruno Stützle, Leiter Fertigung und Prokurist von enormer Bedeutung sind: „Der Stadler Anlagenbau wächst kontinuierlich und baut immer mehr Anlagen. Zusätzlich fertigen wir jetzt noch die Bauteile, die früher fremd vergeben wurden. Nun sehen wir als Anlagenbauer unsere Kernkompetenz im Engineering. Durch diese Wertschöpfung im Haus und die damit verbundene Liefertreue stärkt das unsere mechanische Fertigung. Hier fertigen wir Serienprodukte für unsere Standardmaschinen, und da nimmt auch das Ersatzteilgeschäft ständig zu. Deshalb rechnen wir fest damit, dass wir am Standort künftig noch mehr produzieren werden. Da sind diese zusätzlichen Ressourcen natürlich beruhigend.“

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Foto: Heller Das Bearbeitungszentrum H 2000 ist mit einem Standard-Palettenwechsler und einer HSK-A-63-Spindel ausgerüstet.

Bislang arbeitet man beim Stadler-Anlagenbau nur einschichtig. Die Maschinen laufen mannlos maximal bis zu sechs Stunden in die zweite Schicht. Den Palettenspeicher von Fastems hatte man allerdings bei den ersten Gesprächen noch gar nicht auf dem Plan. Im Gegenteil, man war der Meinung, damit wäre die Anlage überdimensioniert. Heute freilich sieht man das anders, denn die zehn Paletten sind komplett mit Vorrichtungen befüllt. Bei den beiden Bearbeitungszentren dagegen wurden keine Optionen gezogen. Die vorgegebenen Toleranzen von wenigen hundertstel Millimeter sind ohne Genauigkeitspaket problemlos erreichbar.

Zehn Paletten sind mit Vorrichtungen befüllt

Die Bearbeitungszentren H 2000 und H 5000 stehen mittlerweile seit einem Jahr unter Span, und dies ohne Probleme. Deshalb sind sich Roland Fiesel und Bruno Stützle einig, Heller war die richtige Wahl: „Es war unser erster Kontakt mit dem Unternehmen Heller beziehungsweise der Gebietsvertretung Hans P. Greising GmbH. Wir waren in Nürtingen und haben uns die Produktion angesehen und hatten bei jedem Schritt, den wir gegangen sind, das Gefühl, dass man uns ernst nimmt und auf unsere Wünsche eingeht. Für die beiden Bearbeitungszentren haben wir uns wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses und dem Service, aber auch wegen dieser partnerschaftlichen Zusammenarbeit, entschieden.“

Manfred Lerch/rk

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Foto: Heller Peter Greising, Roland Fiesel und Bruno Stützle (v. li.) sind zufrieden. Im Vergleich zu den alten Maschinen konnte die Bauteilkapazität um 60 % erhöht werden. 
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Foto: Starrag/Ralf Baumgarten

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