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Spanntechnik

Der Baukasten zum Spannen

Gleichermaßen auf Standardprodukte und kundenspezifische Lösungen setzt Gressel. Grundlage ist immer der Spanntechnik-Baukasten. Jetzt hat das Schweizer Unternehmen sein Produktspektrum um neue Doppelspanner erweitert. Mit dem modularen Baukasten, der bereits Zentrisch- und Einfachspanner umfasste, sind mehr als 300 Ausführungsvarianten möglich.

Der Spanntechnik-Baukasten ist für Gressel die Basis des Erfolgs. „Unser Fokus liegt auf Standardprodukten aus dem Katalog, aber wir realisieren mit diesem Standardbaukasten auch die kundenspezifischen Lösungen“, erklärt Jörg Maier, Geschäftsführer der Gressel AG. „Ziel ist dabei immer die Reduktion der Rüstzeiten und die Erhöhung der Maschinenlaufzeiten beim Kunden.“ Der Anteil von kundenspezifischen Spannlösungen am Umsatz läge bei etwa 30 % und wachse parallel zum Standardgeschäft. Am Markt positioniere man sich daher als Spezialist für Werkstück-Spanntechnik mit umfassender Kompetenz für standardisierte Spannsysteme und kundenspezifische Komplettlösungen.

Ein breites Produktspektrum für optimale Lösungen

Mit seiner modularen Spanntechnik kann das Schweizer Unternehmen sowohl für die 3-Achsen- als auch für die 4- und die 5-Achsen-Bearbeitung Spannvorrichtungen realisieren, die sich je nach Bedarf auf Einzel- oder Mehrfachspannung auf dem Maschinentisch, auf Wechselpaletten-Spannsysteme oder auf die Werkstück-Direktbeladung auslegen lassen.

Das Alleinstellungsmerkmal von Gressel sei, dass man als einziger Hersteller Einfach-, Doppel-, Mehrfach- und Zentrischspanner im Programm habe. „Mit diesem großen Produktspektrum ist es uns möglich, dem Kunden immer die für die jeweilige Bearbeitungsaufgabe optimale Lösung anzubieten“, hebt Vertriebsleiter Markus Lau hervor. Und die Auswahl für den Anwender wächst, denn mit dem Doppelspanner D2, der offiziell zur EMO eingeführt wird, vervollständigt das Unternehmen seinen modularen Baukasten, der bereits aus den Zentrischspannern C2 und den Einfachspannern S2 bestand. „In diesem und im kommenden Jahr werden wir alle Baugrößen des Doppelspanners zur Verfügung stellen“, so Lau. „Dieser Baukasten ist dann einmalig auf dem Markt.“ Aus den drei Baureihen C2, S2 und D2, den verschiedenen Breiten (80, 125 und 160 mm) sowie den Auswahlmöglichkeiten an Systembacken, Wechselbacken und Zubehör würden sich mehr als 300 Ausführungsvarianten ergeben.

Höhere Prozesssicherheit

Die neuen Doppelspanner D2 unterscheiden sich durch einige Verbesserungen vom Vorgänger. Sie haben eine Vollkapselung für maximale Prozesssicherheit und minimalen Reinigungsbedarf, einen induktionsgehärteten Grundkörper und einsatzgehärtete Backen für hohe Langzeitgenauigkeit und lange Lebensdauer. Für eine höhere Präzision sollen verbesserte Führungen sorgen und durch lange Führungslager wird eine gute Übertragung der Spannkräfte sichergestellt. Die Spannhübe pro Backe betragen 31 mm (bei Breite 80 mm) oder 48 mm (bei Breite 125 mm). Der Doppelspanner mit 80 mm Breite ist in Längen bis 300 mm, die 125-mm-Variante in Längen von 320 bis 740 mm, jeweils in 70-mm-Schritten, lieferbar.

Investitionen in eine automatisierte Fertigung

Aufgrund der sehr steifen, gekapselten und dabei schlanken Bauweise eignen sich die Doppelspanner D2 für den Aufbau auf starren Maschinentischen, auf NC-Schwenk-Rundtischen, auf Wechselpaletten und schließlich in Kombination mit den Spanntürmen von Gressel für Mehrfachspannungen. Zudem zeichnen sich die Doppelspanner durch eine vergleichsweise geringe Bauhöhe aus, weisen ein einheitliches Befestigungskonzept auf und sind in allen Spannsituationen gut zugänglich.

Um die Grundsysteme und Komponenten des Spanntechnik-Baukastens auch im Hochlohnland Schweiz effizient und wirtschaftlich fertigen zu können, hat Gressel schon vor Jahren in die Fertigungsautomatisierung am Hauptsitz in Aadorf investiert. So wurde bereits 2008 im Bereich der Großteilefertigung ein Hochregallager von Fastems zur automatischen Beschickung von Wechselpaletten angeschafft. Es ist 37 m breit, 8 m hoch und bedient inzwischen vier CNC-Bearbeitungszentren mit Magazinen für 1.280 Werkzeuge. Das Lagersystem umfasst insgesamt 76 Maschinenpaletten und 500 Europaletten.

Im nächsten Schritt sollte die Produktivität der Werkzeugmaschinen für die Herstellung der Spanntechnik-Komponenten in der Kleinteilefertigung gesteigert werden. Dort setzt das Schweizer Unternehmen zum einen auf die Automatisierung mit den selbst entwickelten Werkstückspeichern P60, mit denen zwei Maschinen bestückt sind sowie das Werkstückhandling per Roboter-Direktbeladung. Damit sind bereits zwei Bearbeitungszentren im Einsatz, ein drittes ist bestellt.

Weiter auf Wachstumskurs

Mit den drei Automatisierungskonzepten – flexibles Palettenlager, Werkstückspeicher und Roboter-Direktbeladung – wird nun im bemannten und unbemannten Mehrschichtbetrieb bei Bedarf täglich mehr als 20 Stunden produziert, und das an sieben Tagen pro Woche. Allein die CNC-Bearbeitungszent-ren, die mit dem automatischen Hochregallager gekoppelt sind, kommen auf bis zu 5.500 Betriebsstunden pro Maschine im Jahr. Ziel ist dabei immer die Fertigbearbeitung in einer Aufspannung. Das Fazit von Maier lautet daher: „Mit diesen Automatisierungsmaßnahmen gelingt es uns, wirtschaftlich am Standort zu fertigen.“

Auf der wirtschaftlichen Seite verzeichnet Gressel seit 2012 ein kontinuierliches Wachstum. Mitte 2014 erfolgte die Übernahme durch die H.-D. Schunk GmbH & Co. Spanntechnik KG. Innerhalb der Schunk-Gruppe stehen die Schweizer für die stationäre Spanntechnik. „In den vergangenen drei Jahren sind wir jeweils zweistellig gewachsen“, berichtet Maier. „Und wir planen weiteres Wachstum durch die Gewinnung von Marktanteilen in unseren Heimatmärkten Schweiz, Deutschland und Österreich sowie durch Internationalisierung über die Schunk-Gruppe.“

www.gressel.ch

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