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Foto: Chiron Group
Carsten Liske ist neuer Vorsitzender der geschäftsführenden Direktoren der Chiron Group SE: „Wir wollen gestärkt aus der Krise gehen.“ 

Thema der Woche 17/2021

Carsten Liske: „Wir wollen gestärkt aus der Krise gehen“

Mit der Bündelung der Fertigungskapazitäten und dem Fokus auf die Präzisions- und Medizintechnik will Carsten Liske mit Chiron gestärkt aus der Krise gehen. 

Am 1. März hat Carsten Liske die Position des Vorsitzenden der geschäftsführenden Direktoren der Chiron Group SE übernommen und strebt an, mit dem Werkzeugmaschinenhersteller gestärkt aus der Krise zu gehen. Der neue CEO sieht eine sich abzeichnende Markterholung und will mit dem innovativen Produktportfolio der Unternehmensgruppe davon maximal profitieren. 

Herr Liske, in ihrem beruflichen Werdegang ist die Werkzeugmaschinenbranche Neuland für Sie. Was reizt Sie daran und an der Aufgabe als CEO der Chiron Group SE besonders?

Carsten Linke: Jeder Schritt meines beruflichen Werdegangs war immer dadurch geprägt, dass ich zum einen auf bestehende, solide Erfahrungen aufbauen konnte, zum anderen aber auch neue Herausforderungen gesucht habe. Das gilt auch für meinen Wechsel zur Chiron Group. Ich verfüge bereits über langjährige Erfahrungen im globalen Investitionsgütergeschäft – übrigens in ähnlichen Regionen wie die Chiron Group. Gleichzeitig stehe ich vor der anspruchsvollen Aufgabe als CEO die Gesamtverantwortung zu tragen und das in einer für mich neuen Industrie. Ich freue mich demensprechend sehr darauf, meine Expertise in die Chiron Group einzubringen und viel Neues über die spezifischen Märkte, Kunden, Technologien und Produkte zu lernen.

Carsten Liske will neue Strukturen und Prozesse stabilisieren

In einer neuen Position gibt es immer die berühmten ersten 100 Tage. Welche Maßnahmen stehen bei Ihnen ganz vorne in der Aufgabenliste?

Carsten Liske: Zunächst möchte ich in der globalen Organisation „ankommen“, was natürlich aufgrund der momentanen Lage durch Covid-19 nicht ganz einfach ist. Ein wesentlicher Punkt auf unserer Aufgabenliste ist, dass wir das im letzten Jahr begonnene Restrukturierungsprogramm erfolgreich abschließen, die neuen Strukturen und Prozesse etablieren sowie stabilisieren. Des Weiteren wollen wir selbstverständlich mit unserem überarbeiteten innovativen Produktportfolio von der sich abzeichnenden Markterholung maximal profitieren und dieser „Upswing“ will gemanagt werden. Last but not least werden wir in nächster Zeit auch Ansatzpunkte für die zukünftige Weiterentwicklung der Chiron Group erarbeiten.

Chiron Group will gestärkt aus der Krise gehen

Sie haben die Neuausrichtung im vergangenen Jahr angesprochen, unter anderem mit der Bündelung von Fertigung und Montage in Tuttlingen und Neuhausen ob Eck sowie dem Verkauf von Scherer. Ist die Chiron Group damit aus Ihrer Sicht für die Zukunft gerüstet?

Carsten Liske: Die Schritte waren drastisch, aber notwendig, um die Zukunft der Unternehmensgruppe zu sichern und gestärkt aus der Krise gehen zu können. Der Verwaltungsrat und meine Kollegen aus der Geschäftsführung haben die Alternativen sorgfältig geprüft und ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt. Damit werden wir uns mittelfristig Wettbewerbsvorteile schaffen. Ein zentraler Punkt der Neuausrichtung war die Bündelung der Fertigungskapazitäten in der Precision Factory in Neuhausen, was nach meiner Einschätzung die richtige Entscheidung war. Ebenso der Verkauf von Scherer, denn damit fokussiert sich die Chiron Group zukünftig auf die Kernkompetenzen Fräsen und Fräs-Drehen.

Zu Ihrem Verantwortungsbereich gehört auch die Produktion. Ist die Montage der Stama-Maschinen aus Schlierbach vollends in die Precision Factory in Neuhausen integriert und wie sehen dort jetzt die Abläufe aus?

Carsten Liske: Die Bearbeitungszentren der Marke Stama sind bereits vollständig in die Prozesse und Abläufe der Chiron Group integriert. Die ersten Maschinen befinden sich in der Endmontage. Um die hohe Qualität sicherzustellen, findet derzeit ein strukturierter Wissenstransfer statt, bei dem Experten aus Schlierbach ihr Know-how einbringen. Die Montage erfolgt unter optimalen Bedingungen in der Precision Factory – eine der modernsten Werkzeugmaschinenfabriken Europas. Das Werk wurde nach den neusten technischen Standards gebaut und bietet damit die ideale Umgebung für die präzise Montage der hochgenauen Maschinen.

Die Nachfrage im Markt nimmt zu

Zum Abschluss ein Blick voraus: Wie sind Ihre Erwartungen für das laufende Jahr und wie wollen Sie die Chiron Group langfristig positionieren?

Carsten Liske: Wir merken, dass sich die Situation bei vielen unserer Kunden langsam entspannt und die Nachfrage im Markt zunimmt. Das freut uns natürlich auch deshalb, weil die Chiron Group für dieses Jahr wieder einige Produktneuheiten lancieren wird. Nur so viel: Die neuen Baureihen setzen mit größeren Spindelabständen neue Maßstäbe in der Komplettbearbeitung von großvolumigen Strukturbauteilen. Außerdem stärken wir die Branche Präzisions- und Medizintechnik durch unsere neue Marke Factory5, die sich auf die Hochgeschwindigkeitszerspanung mikrotechnischer Komponenten konzentriert. Und auch die erfolgreich gestarteten Aktivitäten im Bereich Additive Manufacturing treiben wir weiter voran.

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Foto: Chiron Group In der Precision Factory in Neuhausen hat die Chiron Group ihre Fertigungskapazitäten gebündelt. 
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Foto: Chiron Group Blick in den Arbeitsraum des doppelspindligen Bearbeitungszentrums DZ 25 P.  Die Baureihe 25 ist konzipiert für das Bearbeiten komplexer, großvolumiger Bauteile. 
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