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NCF-Check zum Thema Automatisierung von Werkzeugmaschinen: Die Experten (v.li.) Thomas Marquardt (Chiron), Dennis Hempelmann (Hedelius), Ralf Riedemann (DMG Mori) und Franz-Xaver Bernhard (Hermle) geben Statements dazu ab. 
Foto: Collage: NCFertigung
NCF-Check zum Thema Automatisierung von Werkzeugmaschinen: Die Experten (v.li.) Thomas Marquardt (Chiron), Dennis Hempelmann (Hedelius), Ralf Riedemann (DMG Mori) und Franz-Xaver Bernhard (Hermle) geben Statements dazu ab. 

THEMA DER WOCHE 26/2022

Aus einer Hand: Automation vom Maschinenhersteller ist gefragt

Was spricht für die Automation direkt vom Werkzeugmaschinenhersteller? Wir haben vier Experten von Chiron, DMG Mori, Hedelius und Hermle nach den Vorteilen befragt.

Automatisierung ist derzeit eines der Trendthemen und bei der Anschaffung eines neuen Bearbeitungszentrums kaufen immer mehr Anwender die Automation gleich mit. Wir haben für unseren NCF-Check bei den Werkzeugmaschinenherstellern Chiron, DMG Mori, Hedelius und Hermle nachgefragt, welche Vorteile sich mit ihren Automatisierungslösungen erzielen lassen. 

Alles für die 24/7-Produktion aus einer Hand bekommen

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Franz-Xaver Bernhard, Vorstand Vertrieb, Forschung und Entwicklung der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG. 
Foto: Hermle
Franz-Xaver Bernhard, Vorstand Vertrieb, Forschung und Entwicklung der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG. 

In den vergangenen drei Jahren lag bei Hermle das Hauptaugenmerk auf den Themen Automatisierung und Digitalisierung. Wie sehr die Bedeutung zugenommen hat, zeigt sich daran, dass aktuell gut ein Drittel unserer Maschinen mit Automatisierung ausgeliefert werden. Und in den nächsten Jahren erwarten wir eine weitere Steigerung dieses Anteils auf rund 50 %. Die prozesssichere Automation und somit die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit gehören bei Hermle seit Jahren zur Kernkompetenz. Wir bieten mit Palettenwechslern, Handling- und Robotersystemen für jede unserer Maschinen eine passende Automationslösung an – und das für Bauteilgewichte von 10 bis 3.000 kg. Bei unseren Kunden sorgen derzeit das fehlende Fachpersonal, um beispielsweise weitere Schichten zu bedienen, und die Anforderung der Kostenreduzierung pro Bauteil, zu einem zunehmenden Interesse an der Automatisierung. Diese direkt vom Werkzeugmaschinenhersteller zu beziehen, bringt dem Anwender den Vorteil, dass er nur einen Ansprechpartner hat, was vor allem auch im Servicefall wichtig ist. Hermle kann alles für die 24/7-Produktion aus einer Hand liefern. 

Vollumfängliche Automation, die nicht bei der Zerspanung endet

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Thomas Marquardt, Leiter Automation bei der Chiron Group SE. 
Foto: Rüdiger Kroh
Thomas Marquardt, Leiter Automation bei der Chiron Group SE. 

Das Kerngeschäft bei der Chiron Group umfasst im wesentlichen Turnkey-Maschinen und wir haben hier aktuell einen Automatisierungsanteil von über 80 % − noch 2014 waren es 45 %. Der Trend geht weiter in diese Richtung und in den nächsten fünf Jahren rechnen wir mit einem Anteil von über 90 %. Wir wollen eine vollumfängliche Automation anbieten, die nicht beim Zerspanungsprozess endet. Mit der Übernahme der Greidenweis Maschinenbau GmbH & Co. KG Anfang des Jahres haben wir jetzt mehr Möglichkeiten für Prozesse wie Montieren oder Fügen. Wir verfolgen dabei immer das Ziel, dass die Kunden mit der Automatisierung einen ROI von drei Jahren erreichen. Unser Automationsportfolio umfasst derzeit die Einstiegslösung Variocell Uno, die Variocell Pallet für die Einzelteilfertigung und die individuell konfigurierbare Variocell System. Mit Greidenweis werden wir das Programm noch ergänzen, um unseren Kunden weitaus mehr Nachfolgeprozesse nach der Zerspanung als heute anbieten zu können. Unsere Kunden profitieren bei der Automatisierung davon, dass sie bei der Chiron Group nur einen zentralen Ansprechpartner haben.

„Wer nicht automatisiert, verschenkt pure Spindelkapazität“

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Dennis Hempelmann, Geschäftsführer der Hedelius Maschinenfabrik GmbH. 
Foto: Harald Klieber
Dennis Hempelmann, Geschäftsführer der Hedelius Maschinenfabrik GmbH. 

Automatisieren lohnt sich immer. Die meisten Bearbeitungen und Prozesse laufen heutzutage und vor allem auf den aktuellen Maschinengenerationen problemlos 24/7. Hedelius liefert mittlerweile über 50 % der Neumaschinen mit perfekt abgestimmten Automatisierungslösungen vom Bauteilmagazin bis zur Roboterbeladung aus. Dabei arbeiten wir mit unseren bewährten Automationspartnern BMO, Erowa und Indunorm zusammen, weil wir zwar selbst eigene Automationslösungen produzieren, mit denen wir aber die vielfältigen Anforderungen unserer Kunden niemals komplett abdecken können. Rund 80 % unserer Bearbeitungszentren werden durch unsere Partnerfirmen automatisiert. Wir empfehlen die Automation immer. Wesentliche Indikatoren sind dafür Losgröße und Programmlaufzeit. Je höher die Losgröße oder die Laufzeit der Werkstücke, umso mehr rechnet sich die Automation. Da die Systeme immer flexibler werden, kaufen unsere Kunden Automationen im Prinzip ab Losgröße 1. 

Maschinenlaufzeiten erhöhen und Fachkräftemangel beseitigen

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Ralf Riedemann, Executive Officer Engineering and Application for Global Sales & Service bei der DMG Mori Management AG.
Foto: DMG Mori
Ralf Riedemann, Executive Officer Engineering and Application for Global Sales & Service bei der DMG Mori Management AG.

Bei DMG Mori ist der Anteil der Werkzeugmaschinen, die mit Automatisierung ausgeliefert werden, in Ländern mit niedrigen Lohnkosten geringer. Dort liegen wir im einstelligen Prozentbereich, aber mit steigender Tendenz. Generell sehen wir großes Potenzial insbesondere dort, wo Lohnkosten und Maschinenstundensätze hoch sind und Fachkräfte fehlen: In der DACH-Region, Japan, EMEA NW und USA erwarten wir kurzfristig eine Steigerung des Automationsanteils von derzeit bis zu 20 auf über 30 %. Wir bieten das komplette Programm der Automation aus einer Hand. Unsere Lösungen reichen von Gantryladern über Roboter und Palettensysteme bis hin zu AGVs. Die Automatisierungslösungen können Produktivitätssteigerungen durch die Erhöhung der Maschineneinsatzzeiten auf bis zu 8.000 Stunden im Jahr sowie die Lösung des Fachkräftemangels bringen. Durch den direkten Kauf beim Werkzeugmaschinenhersteller statt bei einem Systemhaus ergeben sich für die Kunden mehrere Vorteile: Maschinen und Automationslösungen werden schon ab Werk „verheiratet“ und getestet. Die Gesamt-CE und Verantwortung liegt zu 100 % beim Maschinenhersteller.

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NCF-Check zu Nachhaltigkeit von Werkzeugmaschinen: Die Hersteller wollen den CO
Foto: NCFertigung

THEMA DER WOCHE 50/2021

Den CO2-Fußabdruck nachhaltig reduzieren

Wie wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit für Werkzeugmaschinenhersteller? Vier Experten nennen Maßnahmen, wie sie den CO2-Fußabdruck reduzieren wollen. 

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NCF-Check über Miet- und Nutzungsmodelle: Die Experten Markus Piber (DMG Mori), Reinhold Groß (Heller) und Reiner Hammerl (Index) sehen darin eine Alternative zum Maschinenkauf. 
Foto: Collage: NCFertigung

THEMA DER WOCHE 09/2022

Nutzungsmodelle als Alternative zum Maschinenkauf

Welche Vorteile bieten Miet- und Nutzungsmodelle als Alternative zum Werkzeugmaschinenkauf? Experten von DMG Mori, Heller und Index geben Antworten. 

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Im Werk für die Portalmaschinen in Bergara präsentierte Soraluce außer zehn Maschinen auch digitale und automatisierte Lösungen.
Foto: Rüdiger Kroh

Bearbeitungszentren

Digitale und automatisierte Lösungen zur Großteilebearbeitung

Beim dreitägigen Soraluce Summit zeigte der nordspanische Werkzeugmaschinenhersteller seine Großbearbeitungszentren mit digitalen und automatisierten Lösungen.

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Hedelius hat mittlerweile einiges zu bieten in punkto Automation: „Da die Systeme immer flexibler werden, kaufen unsere Kunden Automationen im Prinzip ab Losgröße 1. Immer mehr Zerspaner erschließen sich mit unseren Lösungen aber auch Losgrößen bis 500 Stück“, erklärt Geschäftsführer Dennis Hempelmann.
Foto: NCFertigung

Bearbeitungszentren

„Automation spielt eine große Rolle“

Bis in den Winter ausgelastet ist Hedelius. Warum die Automation dabei und auf der Hausmesse ab 21. Juni eine große Rolle spielt, erklärt Dennis Hempelmann.