Die Versuchsanlage bei SEW Eurodrive umfasst zwei Spritzreinigungsmaschinen des Typs Mafac KEA mit Einbad-Technik, die an einen Roboter und eine Produktionsanlage für Getriebegehäuse gekoppelt sind.
Foto: SEW Eurodrive

THEMA DER WOCHE 25/2019

Auf dem Weg zur Teilereinigung 4.0

Mafac und SEW Eurodrive entwickeln Pilotanlage, die vergleichbare Messwerte für die Qualität von Reinigungsbädern liefern soll.

Ziel des Entwicklungsprojekts ist es, umfangreiche Daten zu erheben und daraus Standards für eine spätere Vernetzung abzuleiten.

Aktuell sind in der wässrigen Teilereinigung laut Mafac weder Anlagentechnologie noch Chemie oder Verfahren in der Lage, die Wirksamkeit der Bäder eigenständig zu beobachten und automatisiert darauf zu reagieren. Anlagenbetreiber kommen nicht umhin, die Reinigungsbäder manuell zu überwachen und einen Badwechsel vorzunehmen. „Damit in Zukunft ein vernetztes Selbstmonitoring möglich ist und der fällige Badwechsel zentral angekündigt wird, benötigen wir noch viele aussagefähige und geprüfte Daten. Erst dann wird die Maschinenverfügbarkeit planbar und die vor- und nachgelagerten Prozesse können darauf reagieren“, meint Thomas Gutmann, Leiter Customer Support bei Mafac zu dem Projekt.

Mit diesem Ziel machen sich der Reinigungsspezialist Mafac und SEW Eurodrive auf die Suche nach Schnittstellen und auswertbaren Daten. „Wir wollen herausfinden, an welcher Stelle die Maschine notwendige Informationen geben sollte und kann, um eine Digitalisierung und Produktivitätssteigerung zu ermöglichen. Dies ist ein erster wichtiger Schritt, mit dem wir uns von einer bislang erfahrungsorientierten hin zu einer wissensbasierten Disziplin bewegen“, so Thomas Gutmann weiter.

Grundlagenarbeit und erste Erkenntnisse

Zu diesem Zweck wurde bei SEW Eurodrive eine Pilotanlage installiert, in der zwei Spritzreinigungsmaschinen des Typs Mafac KEA mit Einbad-Technik an einen Roboter und eine Produktionsanlage für Getriebegehäuse gekoppelt sind. Zu Datenerhebung wurden sie mit einem speziell aufgebauten Pflegemodul ausgestattet, welches mithilfe zahlreicher Messgeräte für eine detaillierte Bestandsaufnahme der Reinigungsbäder sorgt. In dem zweistufigen Reinigungsprozess werden Aluminium-Bauteile zugeführt und sorgfältig auf die darauffolgende Lackierung vorbereitet.

Mit der Pilotanlage besteht nun die Möglichkeit, unterschiedliche Analyseverfahren zu identischen Badparametern zu vergleichen und die wechselseitige Beziehung zwischen Lackanhaftung und Reinigungsqualität zu untersuchen. „Viele Parameter sind derzeit noch unbekannt, schlecht greifbar oder nicht vertrauenswürdig, weshalb wir im Moment mit der Datenanalyse erste Grundlagen schaffen“, sagt Thomas Gutmann.

Alle relevanten Prozessdaten für das zentrale Netzwerk

Hierzu erfolgt über das Mafac-Pflegemodul ein digitales Monitoring und alle verfügbaren Prozess-, Anlagen- und Qualitätsgrößen werden über die netzwerkfähige MaviaticSteuerung an das zentrale Netzwerk von SEW zur Auswertung zur Verfügung gestellt. „Sobald wir auf diesem Weg aus¬reichend vertrauenswürdige Daten gesammelt haben und auch wissen, ob die eingesetzten Messmittel das richtige messen, können wir Anknüpfungspunkte für die Kommunikation mit der Fertigungsperipherie und die digitale Vernetzung schaffen und über den nächsten Schritt in Richtung 4.0 nachdenken,“ ergänzt Roland Denefleh, Leiter Technologieentwicklung Oberflächenbeschichtungen bei SEW.

Das gemeinsame Entwicklungsprojekt ist Teil des Forschungsvorhabens QSRein 4.0 des Fachverbands Industrielle Teilereinigung e. V. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um anhand einzelner Untersuchungen die notwendigen Voraussetzungen für die vernetze Reinigung zu schaffen und anwendungsorientierte sowie nutzbringende 4.0-Lösungen hervorzubringen.

gm

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