Da der Tool Offset kein Standardmerkmal ist, wurde das Modell der harmonisierten Standards entsprechend erweitert, wie das am Beispiel TopSolid gezeigt wird.
Foto: Cimsource

CAD + CAM

100 % Werkzeugdaten durch harmonisierte CAM-Daten

100 % Werkzeugdaten verspricht Cimsource. Möglich machen das die Content Collection and Delivery Standards, die Cimsource auf der AMB vorstellt.

Die Digitalisierung der NC-Verfahrenskette ist dank leistungsfähiger CAM-Systeme bereits weit fortgeschritten. Allerdings ist in den frühen Phasen der Werkzeugauswahl und der Bestückung der virtuellen Maschinen immer noch viel Handarbeit notwendig. Warum werden die ‚Digitalen Zwillinge‘ der Werkzeuge nicht von den Werkzeuglieferanten bereitgestellt? Weil zur Bereitstellung der digitalen Zwillinge nicht nur alle relevanten Produkt-Informationen verfügbar sein müssen, sondern es auch notwendig ist, diese so aufzubereiten, dass sie im CAM-System nutzbar sind. Und weil CAM nicht gleich CAM ist, sind individuelle und damit teure Lösungen notwendig. Denn leider passen die Begriffe Standard und CAM nicht wirklich gut zusammen. Jedes CAM-System hat seine eigene Logik, und daraus resultieren unterschiedliche Anforderungen an die benötigten Daten. Die Skepsis der CAM-Anwender bezüglich Standarddaten ist dadurch begründet, dass immer nur Teilaspekte, nicht aber der Datenbedarf insgesamt bedient werden.

Master-Modell entwickelt

Vor diesem Hintergrund hat sich das Projekt CoCoDeal - Content Collection and Data Delivery Standards – zum Ziel gesetzt, eine Bereitstellung von qualitativ hochwertigen Werkzeugdaten auch für CAM-Systeme und Simulationssoftware auf Basis von gängigen Standards zu ermöglichen. Um die Vorteile der vorhandenen Standards zur Wirkung zu bringen, hat das Projekt CoCoDeal an der Datenquelle angesetzt und ein Master-Datenmodell als größtes gemeinsames Vielfaches der Merkmale entwickelt. Ausgangspunkt dazu war die Anforderungsanalyse, u.a. aus der Perspektive der CAM-Anwender. Wenn CAM-Programmierer ihren digitalen Werkzeugkoffer oder eine virtuelle Maschine bestücken wollen, stellen sie fest, dass die Standards von DIN und ISO in vielen Fällen nicht ausreichen. Die Werkzeughersteller definieren ihre Werkzeuge mit Parametern aus der Verkaufsperspektive. Diese Parameter sind oft nicht CAM-kompatibel. Ein Beispiel dafür ist der für die CAM-Programmierung wichtige Tool Offset. Der Programmierer muss die benötigten Werte errechnen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern diese manuelle Anpassung ist auch fehleranfällig. Deswegen hat Cimsource mit CAM-Systemanbietern die benötigten Regeln spezifiziert und in eine Schnittstellenspezifikation umgesetzt.

Ergebnisse in Datenformat StOB eingeflossen

Als Hilfsmittel dazu ist ein Merkmal-Server entwickelt worden, der die Datenanforderungen den Abbildungsmöglichkeiten (Klassen, Merkmale) der relevanten Standards gegenübergestellt. Die Basis dafür ist durch eine Harmonisierung von etablierten Standards gelegt worden, die in Einzelfällen CAM-spezifisch ergänzt wurde. Die Ergebnisse sind in die Spezifikation des Datenformats StOB (StandardOpenBase) eingeflossen, dass sich bereits für die Hersteller–übergreifende Beschreibung von Werkzeugdaten bewährt hat.

Verwendungsnachweise möglich

Für jedes beschreibende Merkmal kann ein Verwendungsnachweis geführt werden. Es kann also geklärt werden, ob und für welches CAM-System ein bestimmtes Merkmal benötigt wird. Ein CAM-Anbieter kann damit feststellen, ob die benötigten Merkmale eine Entsprechung in einem der Standards haben. Ist dies nicht der Fall, ist zu klären, ob dieses Merkmal für den Datenaustausch mit den Kunden relevant ist. In diesem Fall wäre eine Lücke im Standard zu schließen. Dazu ist eine entsprechende Eingabe im Normengremium notwendig. Kurzfristig wird eine Anpassung des StOB-Formates durchgeführt, um direkt operativ werden zu können. Auf diese Weise entsteht ein harmonisiertes Datenmodell, für das es sich lohnt, entsprechende Schnittstellen zu entwickeln und so die Datenbereitstellung für CAM-Systeme zu standardisieren.

Datenbeschaffung für CAM-Anwender im Pull-Prinzip

Die Ergebnisse von CoCoDeal sind für jeden CAM-Anwender schon konkret nutzbar, denn die Entwicklungsergebnisse sind in ToolLink, das Sourcing Portal der Cimsource GmbH, eingeflossen. Als der große Bruder von ToolsUnited organisiert das Sourcing-Portal ToolLink die Datenbeschaffung für den CAM-Anwender im Pull-Prinzip direkt von den Lieferanten. Der Werkzeugverbraucher lädt die Liste der benötigten Werkzeuge in sein ToolLink-Portal, ToolLink durchsucht die ToolsUnited-Datenbank und liefert die benötigten Datensätze. Alles, was ToolsUnited nicht liefern kann, wird bei den Werkzeuglieferanten angefragt. ToolLink übernimmt die direkte Kommunikation mit den Lieferanten, die Datenprüfung und sichert die Verwendung eines einheitlichen Standards.

Dieser Standard wird für das entsprechende CAM-System im sog. Regel-Editor von ToolLink vorab festgelegt. Für einige CAM-Systeme, beispielsweise TopSolid, sind diese Regeln bereits voreingestellt. In anderen Fällen müssen die Datenanforderungen mit Hilfe des Regeleditors umgesetzt werden. Das Mappingtool ist als Blaupause für den Regeleditor genutzt worden. Auf dieser Basis werden die Werkzeugdaten automatisch geprüft und mögliche Fehler vor dem Import in das CAM-System vermieden. Die gesunde Skepsis der CAM-Anwender bezüglich Standarddaten wird damit überwunden. Denn mit ToolLink kann auf jedes CAM-System mit seiner eigenen Logik und den daraus resultieren Anforderungen an die benötigten Daten eingegangen werden. Durch die direkte Kommunikation mit den Lieferanten erhält der CAM-Anwender 100 % der benötigten Daten.

cd

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